Samstag, 13. Dezember 2014

Zwei Füße und vier Pfoten. Aus dem Leben mit einem pelzigen Mitbewohner

Seit diesem Frühjahr teile ich mir meine Wohnung mit meinem neuen Mitbewohner.
Er hat vier Pfoten, ist nicht viel größer als mein Daumen und ziemlich nachtaktiv.


Letztens kam ich in mein Wohnzimmer, wo der kleine Mann sein Quartier bezogen hat und musste feststellen, dass er mal wieder sein Aquarium völlig umgestaltet hat.
Die Papprollen vom Toilettenpapier, die teilweise unter dem Streu eingebuddelt waren, muss er unter Aufwendung aller Kraft aus dem Boden gezerrt und an der Oberfläche verteilt haben.



Ich habe keine Ahnung, wie er das schafft, aber eine dieser Rollen lag sogar auf seinem Häuschen. eine andere hatte er unter eine Holzbrücke gezogen.

  



 Wenn er mal wieder besonders gut drauf ist, stellt er seine Futterschale auf den Kopf oder zerrt sie durch sein gesamtes Territorium in eine andere Ecke. Dafür, dass er so klein ist, hat er einen ziemlich großenn Dickkopf, den er versucht mir gegenüber durchzusetzen.






Sonntag, 19. Oktober 2014

Kriegsenkel - Sabine Bode

Ihre Eltern haben viel durchgemacht: Konzentrationslager, Kriegsgefangenschaft, Flucht, Zerstörung...kurz gesagt, die haben den 2. Weltkrieg und dessen Folgen überlebt.
In ihrem Nachfolgebuch zu "Kriegskinder" beschäftigt sichSabine Bode mit den Jahrgängen 1960 bis 1970- Wie sind sie aufgewachsen? Warum sind viele von ihnen kinderlos oder unverheiratet?
Fakt ist, dass viele unter der Sprachlosigkeit ihrer Eltern litten. Ein Großteil weiß nichteinmal, woher die allgemeine Unzufriedenheit kommt oder warum sie sich oft so unvollständig fühlen.

In einzelnen kleinen Kapiteln erzählt die Autorin die Geschichten, die sie in Form von Briefen, Mails und Interviews gesammelt hat. Viele dieser Erfahrungen sind sich ähnlich, aber jede auf ihre Weise vertritt der Zeitgeist der Nachkriegsgeneration. Sie schreibt von physischer und psychischer Misshandlung, Vernachlässigung, Überfluss, Gewalt, Angst und Unverständnis.

Die verschiedenen Geschichten sind einfach unglaublich. Sie halten zum Nachdenken an und helfen dabei, Eltern und Großeltern in ihrem Verhalten etwas besser zu verstehen.

Samstag, 18. Oktober 2014

In Gottes Namen. Amen! - Simon Rich

Eigentlich hat Gott gar keine Lust mehr. Statt die Menschheit zu beaufsichtigen, die sich sowieso nur selbst zerstört, möchte er viel lieber ein Restaurant für Asian Fusionfood führen. Die vorsortierten Gebete liegen stapelweise auf seinem Schreibtisch und das Einzige, was ihn an der Menschheit noch interessiert, sind verschiedene sportliche Wettkämpfe. Für diese lohnt es sich auch mal ein paar Engel zu beauftragen, sich in das Geschehen auf dem Spielfeld oder der Rennbahn einzumischen.
Die Rechnung hat er allerdings ohne die Engel Craig und Eliza gemacht, die voller Eifer auch die kleinsten Wunder vollbringen, Schlüssel zum Vorschein kommen lassen oder dem Angler zu seinem Glück verhelfen.
Mit ihnen geht Gott eine Wette ein. Sie sollen eines der Gebete erhören und das Wunder vollbringen. Dafür bekommen sie 30 Tage Zeit. Während Gottes Prophet Raoul das Ende der Welt voraussagt, setzen seine Engel alles darauf an, zwei überzeugte Stubenhocker zusammenzubringen.

Ein solches Buch geht man mit gemischten Gefühlen an. Zum einen kann es selbstkristisch und ironisch sein und den Leser über sich selbst zum Schmunzeln bringen. Oder es artet hemmungslos blasphemisch aus. Der Grat, auf dem sich dieses Buch bewegt ist sehr schmal. Zu Beginn fand ich die Idee des Muches recht spannend, kannte ich ähnliche Themen doch schon von "Evan / Bruce allmächtig" oder "Jesus liebt mich".
Leider hapert es an der Umsetzung. Aus dem eigentlich humoristischen Roman wird ein eher tröges Stück Liebesschnulze.


Fazit: Kann man lesen, muss man aber nicht.

Sonntag, 14. September 2014

MUH - David Safier

Lolle, ihres Zeichens enttäuschte Kuh, Landei und auch nicht immer so ganz helle, hat nur noch eines im Sinn. Nachdem der Kater Giacomo ihr Indien als Paradies für Kühe bescheibt, fast sie den Beschluss, sich dorthin zu begeben um dem Metzger zu entgehen.
Diese Reise will sie allerdings nicht allein angehen, sondern ihre Kollegen mitnehmen. Doch diese halten sie für verrückt, geradezu hysterisch. Nur ihre besten Freundinnen und ausgerechnet die Geliebte ihres Stieres ziehen mit ihr.
Immer an ihrer Seite, der Kater Giacomo. Und leider später auch der Stier Champion, was die ganze Situation erheblich erschwert.
Es wäre natürlich arg langweilig, wenn alles von Anfang an gut gehen würde. Statt nach Indien, fährt das Schiff, das sie in Cuxhaven besteigen allerdings nach New York.


David Safier hat mit diesem Roman gleich Lolles Geschichte und eine eigene Sagenwelt niedergeschrieben. Innerhalb der eigentlichen Geschichte stolpert der Leser immer wieder über Naia, die Götterkuh.
Mit einer Prise Humor und seiner ganz eingenen Art, erzählt Safier einmal mehr, eine völlig absurde Geschichte.
Leider hat David Safier an Erzählkraft im Vergleich zu den vorangegangenen Bücher verloren. Trotzdem ist das Buch für jeden Liebhaber absolut lesenswert.

Man muss einfach auf den abstrusen Humor stehen. Entweder man legt die Bücher nicht mehr weg, bis sie beendet sind, oder man gibt schon nach den ersten Seiten auf.

Als nächstes werde ich mir das passende Hörbuch ausleihen, denn laut einer Freundin, soll das viel lustiger sein. Da bin ich mal gespannt.

Montag, 4. August 2014

Montagsfrage: Bekommst du eigentlich noch Bücher geschenkt?



Meine erste Antwort auf die Montagsfrage von libromanie.


Bekomme ich noch Bücher geschenkt???

Jain. Soll heißen, dass meine eigente Familie sich weigert, mir noch Bücher zu schenken, da ich ja noch "genügend" ungelesen im Regal stehen habe.


Meine Eltern schenken mir seit knapp 10 Jahren keine Bücher mehr. Nur wenn meinen Geschwistern so gar nichts anderes mehr einfällt, bekomme ich mal ein Buch von ihnen. In allen anderen Fällen halten sie sich an das ausgesprochene Buchschenkverbot.

Von meinem Freund oder von meinen Schwiegereltern bekomme ich ab und zu mal Bücher, wobei ich mich bisher ehrlich gesagt noch nicht getraut habe, Bücher von meinen Schwiegereltern zu lesen. In der Regel kaufe oder leihe ich mir meine Bücher selbst, weil ich dann weiß, was ich bekomme und dass es mich interessiert.

Montag, 7. Juli 2014

Radiergummitage - Zitat

"Optisch war Maja irgendwo am Ende ihrer Zwanziger angelangt. Da war der Eitelkeit doch egal, was das Ausweisdokument sagte. Aber wo stand sie mit ihrem Kopf? War der auch erst Ende 20 oder doch schon in den 30ern? Und: War sie mit 35, wie man mit 35 zu sein hatte? Es fühlte sich nicht so an. Maja fühlte sich nicht so an. Weder wie Mitte 30 noch in sonst einer Mitte ihrer selbst. Wann zogen die Instanzen gleich? Außen und innen, das gefühlte Alter, die äußerliche Erscheinung, die tatsächlich gelebten Jahre und die Erwartung daran."
Radiergummitage - Miriam Pielhau

Seite 36f


"Man ist so alt, wie man sich fühlt", sagt der Volksmund. Da stellte sich die Frage, wie alt wir wirklich sind. Chers Durchschnittsalter dürfte nach all den Operationen bei etwa 40 Jahren liegen. So mancher Mann scheint dagegen gedanklich in seiner Kindheit zurückzubleiben. Steckt in jedem von uns nicht ein Peter Pan? Der Wunsch, die erwachsen zu werden, sich das kindliche, jugendliche Gedankengut, das Aussehen und die Gesundheit zu bewahren ist Bestandteil eines jeden menschlichen Lebens. Wer sich das nicht eingesteht, belügt nicht nur die anderen, sondern ach sich selbst.
Die Frage, was wir mit unserem voranschreitenden Leben anstellen, muss sich jeder selbst stellen. Stillstand in diesem Fall bedeutet Tod, nicht nur im übertragenden Sinne.
In den letzten Wochen und Monaten war ich gezwungen, mir Gedanken zum Thema Alter zu machen. Dieses Jahr findet unser 10jähriges Abitreffen statt, zudem "durfte" ich letztens nullen. Das eigentliche Problem war für mich nicht die Zahl 30, sondern dass jeder um mich herum daraus ein Problem machte. Freunde, Kollegen, Familie ziehen einen damit auf, verschiedenste Drohungen (Klinken putzen oder Rathaustreppen kehren) werden laut. Ist es soweit, ändert sich mal wieder NICHTS, alles bleibt wie immer.
Am nächsten Morgen wacht man eben nicht auf und muss feststellen, dass man über Nacht ergraut ist oder tiefe Schützengräben das Gesicht durchzuziehen. Der Prozess des Alterns geht schleichend vonstatten. Eine Frage jedoch bleibt im Raum stehen: Was habe ich bisher erreicht und wie geht es in der Zukunft weiter? Denn erstens kommt alles anders und zweitens als man denkt.

Samstag, 28. Juni 2014

Überman – Tommy Jaud


Simon hat sein gesamtes Geld in einem Investmentportfolio verloren und versucht verzweifelt wieder zu Geld zu kommen, um seine Steuerschulden begleichen zu können.
Wie er nunmal ist, sucht er sich dafür keinen Job, sondern versucht es auf seine Weise: er beschwert sich. Mit Hilfe seines Anwalts will er gegen Jamie Oliver bzw. den Titel seines Buches vorgehen und zeigen, dass die Rezepte von einem Laien nicht in 30 Minuten gekocht werden können. Eine weitaus lukrativere Idee dagegen scheint es, mit der Weltuntergangsparanoia Profit zu machen.
Alte Bunker gibt es in der Nähe schließlich genug.
Simon wäre allerdings nicht Simon, wenn er beim Durchetzen seiner Pläne nicht wieder Mist bauen würde oder seine Freunden auf den Schlips träte.
Um ihnen zu beweisen, dass er kein Vollidiot ist, lockt er sie zu einer Weinprobe in einen Weinkeller, in der Hoffnung, Pluspunkte zu sammeln, wenn er sie von der Massenpanik des Weltuntergangs rettet.
Die Figur des Simon Peters ist, wie in den vorangegangenen Büchern, völlig abstrus und verrückt. Der Vollidiot scheint niemals erwachsen zu werden, hintergeht seine Freunde, belügt und bestielt sie. Andererseits versteht er nicht, wenn sie sich daraufhin von ihm abwenden oder seine Freundin aus der Wohnung auszieht.
Er ist egozentrisch und für Gefühle anderer nicht zugänglich.
Wo der erste Band „Vollidiot“ noch erfrischend und spritzig zu lesen war, zweifelte der Leser nun an Simons Verstand. Die Geschichte scheint sich in den verschiedenen roten Fäden zu verheddern. Einige werden mittendrin fallengelassen, andere zu einem neuen Strang zwangsweise verknotet oder zu einem unnötigen Ende geführt.


Fazit: Wer Tommy Jauds Bücher liebt, sollte auch dieses der Vollständigkeit halber lesen. Alle anderen können es getrost auslassen.