Montag, 4. August 2014

Montagsfrage: Bekommst du eigentlich noch Bücher geschenkt?



Meine erste Antwort auf die Montagsfrage von libromanie.


Bekomme ich noch Bücher geschenkt???

Jain. Soll heißen, dass meine eigente Familie sich weigert, mir noch Bücher zu schenken, da ich ja noch "genügend" ungelesen im Regal stehen habe.


Meine Eltern schenken mir seit knapp 10 Jahren keine Bücher mehr. Nur wenn meinen Geschwistern so gar nichts anderes mehr einfällt, bekomme ich mal ein Buch von ihnen. In allen anderen Fällen halten sie sich an das ausgesprochene Buchschenkverbot.

Von meinem Freund oder von meinen Schwiegereltern bekomme ich ab und zu mal Bücher, wobei ich mich bisher ehrlich gesagt noch nicht getraut habe, Bücher von meinen Schwiegereltern zu lesen. In der Regel kaufe oder leihe ich mir meine Bücher selbst, weil ich dann weiß, was ich bekomme und dass es mich interessiert.

Montag, 7. Juli 2014

Radiergummitage - Zitat

"Optisch war Maja irgendwo am Ende ihrer Zwanziger angelangt. Da war der Eitelkeit doch egal, was das Ausweisdokument sagte. Aber wo stand sie mit ihrem Kopf? War der auch erst Ende 20 oder doch schon in den 30ern? Und: War sie mit 35, wie man mit 35 zu sein hatte? Es fühlte sich nicht so an. Maja fühlte sich nicht so an. Weder wie Mitte 30 noch in sonst einer Mitte ihrer selbst. Wann zogen die Instanzen gleich? Außen und innen, das gefühlte Alter, die äußerliche Erscheinung, die tatsächlich gelebten Jahre und die Erwartung daran."
Radiergummitage - Miriam Pielhau

Seite 36f


"Man ist so alt, wie man sich fühlt", sagt der Volksmund. Da stellte sich die Frage, wie alt wir wirklich sind. Chers Durchschnittsalter dürfte nach all den Operationen bei etwa 40 Jahren liegen. So mancher Mann scheint dagegen gedanklich in seiner Kindheit zurückzubleiben. Steckt in jedem von uns nicht ein Peter Pan? Der Wunsch, die erwachsen zu werden, sich das kindliche, jugendliche Gedankengut, das Aussehen und die Gesundheit zu bewahren ist Bestandteil eines jeden menschlichen Lebens. Wer sich das nicht eingesteht, belügt nicht nur die anderen, sondern ach sich selbst.
Die Frage, was wir mit unserem voranschreitenden Leben anstellen, muss sich jeder selbst stellen. Stillstand in diesem Fall bedeutet Tod, nicht nur im übertragenden Sinne.
In den letzten Wochen und Monaten war ich gezwungen, mir Gedanken zum Thema Alter zu machen. Dieses Jahr findet unser 10jähriges Abitreffen statt, zudem "durfte" ich letztens nullen. Das eigentliche Problem war für mich nicht die Zahl 30, sondern dass jeder um mich herum daraus ein Problem machte. Freunde, Kollegen, Familie ziehen einen damit auf, verschiedenste Drohungen (Klinken putzen oder Rathaustreppen kehren) werden laut. Ist es soweit, ändert sich mal wieder NICHTS, alles bleibt wie immer.
Am nächsten Morgen wacht man eben nicht auf und muss feststellen, dass man über Nacht ergraut ist oder tiefe Schützengräben das Gesicht durchzuziehen. Der Prozess des Alterns geht schleichend vonstatten. Eine Frage jedoch bleibt im Raum stehen: Was habe ich bisher erreicht und wie geht es in der Zukunft weiter? Denn erstens kommt alles anders und zweitens als man denkt.

Samstag, 28. Juni 2014

Überman – Tommy Jaud


Simon hat sein gesamtes Geld in einem Investmentportfolio verloren und versucht verzweifelt wieder zu Geld zu kommen, um seine Steuerschulden begleichen zu können.
Wie er nunmal ist, sucht er sich dafür keinen Job, sondern versucht es auf seine Weise: er beschwert sich. Mit Hilfe seines Anwalts will er gegen Jamie Oliver bzw. den Titel seines Buches vorgehen und zeigen, dass die Rezepte von einem Laien nicht in 30 Minuten gekocht werden können. Eine weitaus lukrativere Idee dagegen scheint es, mit der Weltuntergangsparanoia Profit zu machen.
Alte Bunker gibt es in der Nähe schließlich genug.
Simon wäre allerdings nicht Simon, wenn er beim Durchetzen seiner Pläne nicht wieder Mist bauen würde oder seine Freunden auf den Schlips träte.
Um ihnen zu beweisen, dass er kein Vollidiot ist, lockt er sie zu einer Weinprobe in einen Weinkeller, in der Hoffnung, Pluspunkte zu sammeln, wenn er sie von der Massenpanik des Weltuntergangs rettet.
Die Figur des Simon Peters ist, wie in den vorangegangenen Büchern, völlig abstrus und verrückt. Der Vollidiot scheint niemals erwachsen zu werden, hintergeht seine Freunde, belügt und bestielt sie. Andererseits versteht er nicht, wenn sie sich daraufhin von ihm abwenden oder seine Freundin aus der Wohnung auszieht.
Er ist egozentrisch und für Gefühle anderer nicht zugänglich.
Wo der erste Band „Vollidiot“ noch erfrischend und spritzig zu lesen war, zweifelte der Leser nun an Simons Verstand. Die Geschichte scheint sich in den verschiedenen roten Fäden zu verheddern. Einige werden mittendrin fallengelassen, andere zu einem neuen Strang zwangsweise verknotet oder zu einem unnötigen Ende geführt.


Fazit: Wer Tommy Jauds Bücher liebt, sollte auch dieses der Vollständigkeit halber lesen. Alle anderen können es getrost auslassen.

Montag, 23. Juni 2014

Angelesen – 1001 Bücher. Was Sie lesen sollten, bevor das Leben vorbei ist (Peter Boxall)


Im Rahmen meines BÜCHER-Abos, hatte ich mir vor einiger Zeit dieses „kleine“ Buch als Geschenk ausgesucht.
Eifrig blätterte ich und konnte es nicht lassen, den Wälzer mit Post-ist zu verschönern. Dabei fand ich heraus, dass ich bisher 20 der dort gesammelten Werke bereits gelesen und mit zwei weitere als Hörbuch zu Gemüte geführt habe.
Da ich von Natur aus eher neugierig bin (oder wie meine Kollegin es bei uns nennen würde: wissbegierig) habe ich mir vorgenommen, mir dieses Buch als To-Do-Liste vorzunehmen. Natürlich werde ich nicht alles schaffen, bzw. will auch gar nicht alles lesen, denn nicht alles darin ist nach meinem Geschmack.
Das vorliegende „Werk“ vermittelt einen umfassenden Überblick über den Inhalt des jeweiligen Buches und den Autoren. Die meisten Seiten sind mit alten Buchcovern, Buchillustrationen oder Autorenportraits gespickt und mit wichtigen Daten ergänzt.
Hier sind nicht nur die alten „Klassiker“ zu finden, sondern auch neuere Werke, bis hinein ins Jahr 2011.

Selbst hätte ich mir dieses Buch nie gekauft oder schenken lassen, aber als „Geschenk“ im Rahmen des Abos ist es eine nette Sache. So bekommt man auch mal Lust, ein Buch zur Hand zu nehmen, an das man sich sonst wohl nicht herangetraut hätte.

Montag, 16. Juni 2014

Testbericht Kobo glo


Endlich habe ich mich getraut und meinen „alten“ Reader von Trekstore gegen den komfortableren Kobo glo ausgetauscht. Auf Herz und Nieren konnte ich das gute Stück dann im Urlaub in Tschechien überprüfen und bin begeistert.
Frisch aufgeladen, aber leider in meiner alten Hülle wanderte der Gute in mein Handgepäck.
Nicht nur ist der Kobo handlicher als mein altes Gerät von Trekstore, er fügt auch über ein Touch-Display, Beleuchtung und verschiedene Spielereien.
Vor allem entschied ich mich für den Kobo, da ich dort die Möglichkeit habe, das Display zu beleuchten und so auch nachts zu lesen, wenn der gnädige Herr sanft vor sich hin schlummert oder es unterwegs dunkel wird.
Das Display selbst ist sehr scharf, und wie bei eigentlich allen Readern hat man hier die Möglichkeit, die Schriftgröße den eigenen Lesegewohnheiten anzupassen. Auch die Intensität der Beleuchtung lässt sich Gott sei Dank regeln, denn die Standardeinstellung ist doch mächtig hell.
Über den Home-Bildschirm gelangt man bequem zu den letzten Aktionen, spricht, zu dem Buch, das man gerade liest, auf die Lesestatistiken oder auch auf Bücher, die man gerade auf das Gerät eingespielt hat.
Ein kleiner Nachteil ist, dass das Gerät gelegentlich etwas verzögert reagiert, vor allem wenn man den Reader komplett hochfährt. Zeitweise dauert es auch beim normalen Umblättern etwas länger, meist, wenn ein neues Kapitel beginnt.
In der oberen Zeile findet man einige Buttons für den Schnellzugriff. So kann man dort über den Homebutton immer wieder zum Startbildschirm zurückkehren, außerdem hat man dort die Möglichkeit, wlan zu de-/aktivieren, den Akkustand abzufragen oder allgemeine Einstellungen vorzunehmen ( zum Beispiel Sprache, Beleuchtungsintensität oder auch die Wartezeiten für den Ruhemodus). Ein Suchfenster ermöglicht es, innerhalb der Bibliothek oder im Shop nach verschiedenen Büchern zu suchen.
In der Fußzeile kann der Leser direkt auf Bibliothek, Shop oder die Extras zugreifen.
Ruft man ein Buch auf, kann man mit einer kurzen Berührung des Touchscreens auf Kopf und Fußzeile zugreifen. Dort können während des Lesens auch noch die Leseeinstellungen verändert werden.
Um eine Seite umzublättern, hat der Nutzer zwei Möglichkeiten, er berührt das Display am linken oder rechten Rand, oder wischt über die angezeigte Seite.
Durch eine längere Berührung eines Wortes, gelangt man in den Duden bzw. das Wörterbuch. Leider konnte ich die Wörterbücher (deutsch, englisch, französisch, niederländisch) bisher noch nicht testen, da ich noch zurzeit noch keine fremdsprachige Literatur verfügbar habe.
Auf die gleiche Weise kann der Leser Textstellen markieren, sich mit Facebook verbinden, oder Notizen anfertigen. Dazu erscheint in der unteren Hälfte des Displays eine Tastatur, die in ihrer Handhabung eher gewöhnungsbedürftig ist, da man damit leider nicht flüssig schreiben kann. Auch hier reagiert der Reader durchaus ein wenig träge.
Wer mag, kann sein Leseverhalten anhand von Statistiken überprüfen, was durchaus ganz interessant sein kann, aber nicht zwingend notwendig ist.
Hier werden einem der Lesestand im aktuellen Buch, inklusive der gelesenen Seiten im Verhältnis zur Gesamtseitenzahl, die Sitzungsdauer oder auch die Lesezeit des Buches angezeigt.
Desweiteren hat man hier einen Überblick über die bereits gelesenen Bücher, die auf dem Reader gespeichert sind, die allgemeine Gesamtlesezeit und das Verhältnis der gelesenen Bücher zur gesamten Bibliothek.
Jetzt, wo ich endlich ein Sleepcover für meinen Reader habe (wie sollte es anders sein, natürlich in violett), genieße ich das Lesen umso mehr. Durch bloßes Schließen des Covers, fährt das Gerät in den Ruhemodus und startet genauso von dort, durch erneutes Öffnen in den Lesemodus. Ist das Cover länger geschlossen, als die eingegebene Zeit (vom Leser frei wählbar), fährt sich das Gerät automatisch herunter.
Ich selbst bin weder technisch begabt, noch habe ich irgendeine tiefergehende Ahnung in Sachen Technik. Für jemanden, der wie ich zwei linke Hände hat, ist das Gerät ideal. Es liegt angenehm in der Hand, ist nicht allzu schwer und lässt sich bequem nutzen. Allerdings braucht man zum Lesen beide Hände oder irgendwas, worauf das Gerät abgelegt werden kann, selbst das Blättern im Buch setzt eine zweite freie Hand voraus.
Laut Händler gibt es das Gerät in verschiedenen Farben, ganz in schwarz, oder mit weißem Rahmen und farbige, Rücken. Ich hatte mich ursprünglich für die schwarze Version entschieden, doch musste nach dem Auspacken feststellen, dass ich die weiß/silberne Version „erwischt“ hatte. Mir persönlich ist die Farbe letztendlich nicht so wichtig gewesen, da im Cover so gut wie nichts von der eigentlichen Gerätefarbe zu sehen ist.

Für mich hat sich der Wechsel des Gerätes absolut gelohnt, auch wenn ich die Seitenladezeiten durchaus als störend empfinde.
Für alle Spielkinder sei angemerkt, dass sich unter den Einstellungen / Beta im Menüpunkt „Beta Features“ ein paar kleinere Spiele befinden. Sollte man eine kleine Lesepause brauchen, stehen dort Schach, Sudoku, ein Webbrowser, Patiencen und ein weiteres Spiel zur Verfügung, das im Entfernten an Tetris erinnert.

Montag, 19. Mai 2014

Hexen hexen - Roald Dahl

„Ich möchte gewiss nicht schlecht von Frauen sprechen. Die meisten Frauen sind entzückend. Es bleibt jedoch die Tatsache bestehen, dass sämtliche Hexen weiblich sind. Männliche Hexen gibt es nicht.“ ( Seite 9)

Hexen tragen Perücken, sie haben andere Augen, sie tragen Handschuhe und spitze Schuhe, trotzdem kann ein Kind niemals sicher sein, nicht vor einer Hexe, statt einer netten Frau zu stehen.
Ohne dass er es weiß, gerät ein kleiner Junge in eine Tagung englischer Hexen, die die Vernichtung aller Kinder in England, sogar auf der ganzen Welt planen. An einem kleinen Jungen namens Bruno Jenkins führt die Hoch- und Großmeisterhexe ihren Plan bzw. ihr Zaubermittel vor. Gemeinsam mit seiner Großmutter schmiedet der Junge einen Plan, wie er das Bestreben der Hexen vereiteln kann.

Roald Dahl hat mit Hexen hexen einen fantasievollen Roman geschrieben.

Er taucht mit seinen Figuren in die Welt der Kinder ab und macht sich ihre Ängste und Träume zu Eigen. Es scheint, als würde Dahl sich selbst auf Augenhöhe mit den Lesern begeben, während er diese Geschichte erzählt.


Fazit: Ein absolut lesenswertes Kinder- und Jugendbuch. Davon will ich gerne mehr lesen. 5 von 5 möglichen Sternen.

Ein Tag mit Herrn Jules - Diane Broekhoven

Wie an jedem anderen Morgen erwacht Alice, sie riecht den frisch gebrühten Kaffee und geht nach einer Weile hinunter zum Frühstücken. Doch an diesem Tag ist alles anders.
Ihr Mann Jules erwartet sie nicht in der Küche, sondern sitzt im Wohnzimmer auf dem Sofa. Er ist tot.
Eigentlich müsste sie jetzt alles ins Rollen bringen. Ihren Sohn anrufen, einen Bestatter, Arzt, Pfarrer,… Doch sie nimmt sich noch Zeit, einen letzten Tag mit Jules zu verbringen.
Aber sie hat ihn nicht für sich allein. Um 10 Uhr morgens kommt David, der autistische Nachbarsjunge, um mit Jules Schach zu spielen.
Gerade dieses Kind hilft ihr, sich von Jules zu verabschieden und sich in ihrem eigenen Leben zurechtzufinden.

Ein rührender kleiner Roman über Abschied, Erinnerungen und neues Selbstbewusstsein im eigenen Leben. Poetisch und packend von der ersten bis zur letzten Seite.

Fazit: Ein herzerwärmendes Buch . 5 von 5 möglichen Sternen.