Montag, 7. April 2014

Angelesen - Silber. Das erste Buch der Träume

Bei meinem letzten Besuch im Buchladen konnte ich nicht an dem Buch vorübergehen, nicht nocheinmal.

Bisher habe ich nur den Klappentext und das erste Kapitel gelesen, aber auch schon diese wenigen Zeilen lassen nur das Beste vermuten.

Zum Äußeren:
Wie auch bei der Edelsteintrilogie sind Cover und Innenleben liebevoll gestaltet. Durch den schwarzen Hintergrund des Buchumschlages kommen die Farben  rot und silber um so mehr zur Geltung. Fantasiewesen, Vögel, Schlüssel und Ranken zieren das Cover.

Unter dem Schutzumschlag ist der eigentliche Buchumschlag etwas schlichter in rot gehalten. Ranken, Vögel und Wesen zieren auch den roten Umschlag, allesdings sind diese hier nicht wie zuvor um ein Auge, sondern um eine Tür arrangiert.

Schlägt man das Buch auf, ist doch Platz gelassen für den Namen des Besitzers. Hier muss nicht erst ein "Ex libris" eingestempelt werden, da ein extra gestalteter Platz dafür vorgesehen ist.

Zum Inhalt:

Liv und ihre jüngere Schwester Mia kommen gerade in London an, ihrem neuen Heimatort und freuen sich schon auf das versprochene Cottage mit einem eigenen Zimmer für jede der Schwestern. Doch es kommt ganz anders. Erst schläft der Drogenhund Alarm, weil er auch den Schweizer Käse reagiert, den Liv bei ihrem Vater in den Ferien gekauft hat. Und zu guterletzt weiht ihre Mutter die beiden in ihre "Planänderung" ein. Ein Mr. Planänderung....



Zitat - Die wilde Geschichte vom Wassertrinker

"Man sollte Geschichten immer so erzählen, dass die Zuhörer sich gut und klug vorkommen und meinen, dem Erzähler stets um eine Nasenlänge voraus zu sein, das wusste Trumper."
John Irving - Die wilde Geschichte vom Wassertrinker


Wie man eine Geschichte packend erzählt, weiß John Irving nicht nur, hier legt er Fred Trumper, dem Erzähler die Worte direkt in den Mund.
Fred Trumper erzählt gerade seinem Sohn Colm eine Gute-Nacht-Geschichte, wobei er auf die refrainartigen Einwürfe seines Sohnes wartet.

In den Büchern des Autors Sebastian Fitzek ist dies auch sehr starkt zu fühlen, doch geht er einen Schritt weiter. Er bringt den Leser dazu, seine Ansichten mehrfach zu revidieren.

In der Schule galt immer, dass man bei Referaten seine Zuhörer dort abholt, wo sie stehen, übertragen gilt das wohl auch fürs Erzählen- Immer wieder kontrolliert der Autor / Erzähler, wie weit der Leser / Zuhörer auf die Geschichte eingeht und schlägt die gewünschte Richtung der Geschichte ein.

Eine Geschichte zu erzählen ist ein Zwischenspiel zwischen Leser / Zuhörer und dem Autor / Erzähler einer Geschichte.

Gemeinsam hauchen sie einer Geschichte Leben ein.

Samstag, 29. März 2014

Die wilde Geschichte vom Wassertrinker - John Irving

Dies ist die Geschichte von Fred "Bogus" Trumper, einem Doktoranden, Übersetzer, Familienvater, Liebhaber und "Water-Methode-Man".
Für seinen Vater ist er ein Versager, für die Exfrau noch Vater ihres Kindes und Freund, für seinen Doktorvater ein begabter Student des Altniedernordischen, doch er selbst weiß auch mit 30 Jahren nicht, wer er ist oder sein möchte.
John Irving beschreibt in diesem Roman das bizarre Leben eines jungen Mannes, dem es schwer fällt Verantwortung für sich und das Leben seiner Verwandten und Freunde zu übernehmen. Immer wieder spielt ihm seine Fantasie Streiche, so dass er oft kaum zwischen Realität und Traum unterscheiden kann.
Irving wechselt immer wieder den Erzähler, mal scheint dieser ein unbeteiligter Beobachter zu sein, dann wieder erzählt Trumper selbst aus seinem Leben. Zudem wird die eigentliche Handlung immer wieder durch Zeitsprünge in die Vergangenheit bzw. Gegenwart unterbrochen oder um Briefe, Textfragmente und Übersetzungen oder Filmskripte ergänzt. Dadurch erhält die Story den Anschein eines kubisischen Gemäldes. Der Charakter des Protagonisten wird auf diese Weise von verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet.

Als eines der frühesten Werke Irvings unterscheidet es sich in Art, Aufbau und Wortfluss von späteren Romanen und Erzählungen. EIniges bleibt sich jedoch zu den Nachfolgern gleich: eine durchweg makabre Sichtweise auf die Welt, der Hand zu körperlicher Verstümmelund seiner Charaktere, Handlungsorte in Maine, New Hampshire und Wien.


Fazit:
Für Irving-Fans ein absolutes Must-Read, Irving-Einsteiger jedoch sollten lieber auf die klassische Einstiegsdroge "Garp und wie er die Welt sah", bzw. "The world according to Garp" zurückgreifen.

Freitag, 28. März 2014

Angelesen - Die Känguru-Offenbarung

Sie sind wieder zurück. Seit dem 10.03.2014 gibt es nun neue spannende und lustige Geshcichten von Marc-Uwe und seinem ungewollten Untermieter, dem Känguru.
Lange habe ich darauf gewartet, nun sprang es mich auf  einem kleinen Wochenendausflug förmlich an und ich konnte nicht widerstehen. Wiedereinmal hält mich mein Freund wohl für völlig bescheuert und zweifelt an meiner geistigen Gesundheit, nachdem ich mit Sabber in den Mundwinkeln und glänzenden Augen nur noch zu Satzfragmenten fähig war: "Der dritte Teil, das Känguru, MUSS - HABEN!"
Schon vor dem nicht vorhandenen Prolog beginnt die Geschichte in Känguru-Manier mit einem völlig sinnlosen, falsch zugeordneten, so nie niedergeschriebenen Zitat Oscar Wildes.
Im Gegensatz zu seinen Vorgängern, scheinen sich die Anmerkungen von Chronist und Känguru fast ausschließlich auf die Anhänge auf den letzten Seiten zu beschränken.

Doch nun will ich nicht weiter mutmaßen, sondern verabschiede mich an dieser Stelle, um mich endlich auf das Buch zu stürzen.

Sonntag, 9. Februar 2014

Gedanken zu "Das Wunder von Narnia"

"Törichter Knabe! Meinst du, dass mir mit meiner Schönheit und meiner Zauberkunst nicht eure ganze Welt zu Füßen liegen wird, bevor ein Jahr vergangen ist?..."
Die Königin von Charn ist nicht nur hübsch, sie ist auch von sich überzeugt. Ihr Selbstbewusstsein rührt von ihren Zauberkünsten, ihrer Abstammung und nicht zuletzt ihrer Schönheit. Auch heute gilt Schönheit als einer der Schlüssel für Erfolg und Selbstsicherheit. Wer um seine Schönheit weiß, ist selbstsicherer. Wer selbstsicherer ist, hat mehr Erfolg, weil er sich besser verkaufen kann.
Die Königin nutzt dieses Wissen, um ihre Herrschaft in der Welt von Polly und Diggory vorzubereiten, doch eines hat sie vergessen: Dass auch Polly und Diggory über Hilfsmittel verfügen und nicht dumm sind, auch wenn sie die Kinder nicht als vollwertige Menschen erachtet.

"Kinder sind auf eine Art albern, wie ihr wisst, und Erwachsene sind es auf eine andere. In diesem Moment begann Onkel Andrew auf eine besondere erwachsene Art albern zu sein. Jetzt, da die Hexe nicht mehr im selben Zimmer war wie er, vergaß er im Nu, wie sehr sie ihn erschreckt hatte, und dachte fast nur noch an ihre überwältigende Schönheit. ..."
Als Kinder und Teenager bekommen wir gesagt, wir sollten uns nicht so albern benehmen, doch sind die Erwachsenen besser? Sie spielen vielleicht nicht mit ihrem Essen, schneiden keine Grimassen oder laufen schreiend und gröhlend durch den Garten, weil es einfach Spaß macht. Erwachsene dagegen verlieben sich, und tun aus dem Grund Dinge, die man vielleicht als albern bezeichnen könnte. Sie machen sich zum Affen, schreiben Songs, malen Bilder, umwerben den Mann oder die Frau, die wir lieben auf alle denkbaren Arten. Sind wir dadurch weniger albern? Nein, bestimmt nicht. Nur anders.
Eine neue Liebe kann erschreckend sein, oder furchteinflößend, gerade wenn wir den anderen als schöner, klüger oder besser empfinden benehmen wir uns zunehmend albern, bis wir feststellen, dass sie auch nur mit Wasser kochen und genauso ihre Ecken und Kanten haben wie wir.

"Und oh, oh - Nun, ihr kennt vielleicht das Gefühl, wenn man anfängt, auf etwas zu hoffen, was man sich verzweifelt wünscht; man kämpft beinahe gegen die Hoffung an, weil es zu schön wäre, um wahr zu sein; schließlich ist man schon so oft enttäuscht worden. So ging es auch Digory jetzt. Doch die Hoffnung, die in ihm aufkeimte, ließ sich nicht ersticken. Es könnte doch - wirklich, wirklich, es könnte doch wahr sein."
Hoffnung ist ein großes Wort, und doch nutzen wir es in den unterschiedlichsten Situationen. Wir hoffen in der Schule auf gute Noten. Wir hoffen auf die große Liebe, auf gutes Wetter, wir erhoffen kleine und große Dinge. Es heißt nicht umsonst, "Die Hoffnung stirbt zuletzt". Die Hoffnung, immer wieder Neues durchzustehen, zu erreichen, hält uns am Leben. Die Hoffnung gehört zu unserem Leben, wie Nahrung. Hoffnungslosigkeit ist einer unserer größten Feinde.
Hoffnung gibt unserem Leben Sinn, auch wenn alles andere sinnlos erscheint. Hoffnung gibt uns Halt, Licht, Liebe. Sie ist das gute Gefühl, dass uns trägt und uns nie aufgeben lässt.



Es ist erstaunlich, wie so ein dünnes Buch einen so zum Grübeln bringen kann.

Das Wunder von Narnia - C. S. Lewis

Durch einen Trick seines Onkels, geraten Diggory und Polly im Wald zwischen den Welten. Dort beginn ihre Reise, die sie letztendlich  nach Narnia führt.
Bis sie dort ankommen, haben sie noch einige Abenteuer zu bewältigen. In Charn geraten sie an die Hexe, die ihre eigene Welt zerstört, nur im ihren Untertanen ihre Macht zu demonstrieren. Leider verfolgt sie genau diese bis in ihre eigene Welt und nach Narnia.
In Narnia werden sie Zeuge der Entstehung einer neuen Welt, wie sie sie zuvor nicht kannten. Aus dem Nichts erschafft Aslan durch bloßes Singen eine einzigartige Welt. Bäume und Pflanzen wachsen innerhalb von Minuten, Tiere erscheinen, andere lernen sprechen.


Der Autor spielt in verschiedenen Aspekten seines Romans biblische Geschichten an. So verläuft die Schöpfung Narnias ähnlich der Schöpfungsgeschichte in der Bibel. Zudem gibt es einen paradiesischen Garten, in dem Obstbäume stehen. Diggory wird beauftragt, dort einen Apfel zu pflücken und ihn Aslan zu bringen, darf die Äpfel aber nicht zum eigenen Nutzen pflücken, sei es um seinen Hunger zu stillen, oder auch nur, um seine Mutter zu retten.
Der christliche Einfluss des Autors ist nicht von der Hand zu weisen.



Fazit: Ein Absolutes Muss für alle, die Jugendbücher und Fantasy lieben.

Montag, 27. Januar 2014

Cornelia Funke. Spionin der Kinder - Hildegunde Latsch

Spätestens seit der Tinten-Trilogie kennt sie jeder, Cornelia Funke, Mutter von "Herr der Diebe", "Die Wilden Hühner" oder anderen Kinder- und Jugendbüchern.
Dieses Buch beschreibt Leben und Arbeiten der Autorin und geht im Abschluss auf verschiedene ihrer Figuren und Themen ihrer Romane ein.

Über dieses Buch lässt sich nur wenig schreiben, ohne alles vorweg zu nehmen. Es zeigt die Entwicklung der verschiedenen Geschichten und ihrer Charaktere, stellt Beziehungen zwischen Realität und der Bücherwelten her.


Die Autorin des Buches und der Verlag gestalteten das Buch sehr liebevoll mit Bildern aus dem Leben der Autorin und Zeichnungen aus den verschiedenen Büchern.

Ein kleiner bitterer Nachgeschmack bleibt trotzdem. Wenn man dieses Buch liest, bevor man diese Bücher selbst gelesen hat, erfährt man mehr, als einem als Leser lieb ist. Desweiteren werden manche Sachverhalte und Hinweise oft wiederholt, was allerdings nicht allzu schwerwiegend ist, da dies immer wieder andere Verbindungen herstellt und vertieft.


Fazit: Für alle Fans von Cornelia Funke ein absolutes Muss.