Samstag, 14. April 2012

Katharina Hagena - Der Geschmack von Apfelkernen

Als ihre Großmutter stirbt, reist Iris das erste Mal wieder in das kleine Dorf in Norddeutschland, in dem sie als Kind ihre Sommerferien verbrachte.
Bei der Testamentseröffnung erfährt sie, dass sie das Haus erben soll, ein Haus voller Erinnerungen. Mehrere Generationen von Frauen ihrer Familie ahben dort ihr Andenken hinterlassen, positive, wie negative.
Sie spielt mit dem Gedanken, das Haus einfach zu verkaufen und wieder zurück in den Süden zu fahren, wo sie wohnt und arbeitet, doch immer wieder verschiebt sie ihre Abreise.
Ob Max, der sich als Notar um die Erbangelegenheiten der Familie kümmert daran Schuld hat?


Das Haus, der Garten, die Leute im Dorf, die ganze Umgebung, alles sondert auf den folgenden Seiten stück für Stück Puzzleteile ab, die sich immer mehr zu einem Großen Bild zusammenfügen. Das Bild von Berta und ihrer Familie. Die eigentliche Erzählung wird immer wieder von Erinnerungsstücken der einzelnen Personen unterbrochen und springt so zwischen Gegenwart und Vergangenheit.
Die Sprache, die Katharina Hagena benutzt ist fast poetisch und bildhaft, in einigen Teilen aber auch sehr derb. Hagena beschreibt hier die Schicksale verschiedener Frauen in ihren Zeiten, mal humorvoll, wenn es um die Vergesslichkeit bis hin zur Demenz der Großmutter geht, mal schaurig und düster, in Bezug auf Iris Cousine oder liebevoll in der Beziehung der verschiedenen Personen zueinander.

Fazit: Ein hinreißendes Buch über Leben und Tod, Vergesslichkeit und Erinnerungen wie auch Liebe und Neid.

5 *****

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