Sonntag, 7. Oktober 2012

Gedanken zu "Der Wunschzettel" von Alexandra Potter

Jeder Wunsch geht uns in Erfüllung, nur wegen eines kleinen Straußes Heidekraut. Was würde mit uns dann passieren?!
Heather in "Der Wunschzettel" von Alexandra Potter hat es am eigenen Leibe erfahren. Sollten wirklich alle Wünsche in Erfüllung gehen, oder sind einige besser in unserem tiefsten Inneren aufgehoben, wo nur wir von ihnen träumen können?

Sie wünscht sich den perfekten Mann, den neuen Job, nicht mehr für einen Kaffee anstehen zu müssen oder eine grüne Welle durch Londons Innenstadt zu erwischen.
Diese kleinen Wünsche sind es, die wir unbewusst ausstoßen und die uns unser Leben teils unnötig schwer machen, weil es Dinge sind, die wir nicht beeinflussen oder als gegeben hinnehmen müssen.
Was nützt es, sich über den Verkehr aufzuregen, wenn man ganz einfach die Rush-hour umgehen könnte, indem man 15 Minuten früher losfährt? Viele Dinge sind uns gegeben, die wir gar nicht erst wertschätzen, weil sie für uns einfach dazu gehören. Wir klagen über Zeitdruck, wo wir unsere Zeit selbst in der Hand haben, über Einsamkeit, wo wir nur vor die Tür gehen müssten um Leute zu treffen, denen es nicht anders geht als uns. Wir wünschen uns Kleinigkeiten, wie ein perfektes gekochtes Ei, obwohl es einfacher wäre, sich nicht über das Unperfekte zu ärgern und sich stattdessen zu freuen, dass man ein Ei zum Frühstück haben kann.

Die großen Wünsche und die unbewussten sind es, die unsere Seele vergiften. Statt immer noch mehr zu fordern und immer noch mehr zu wünschen, sollten wir beginnen das Jetzt und Hier zu genießen und uns über die Kleinigkeiten freuen, die uns das Leben oder der Schöpfer geschenkt hat. Freunde, die zu uns stehen, ein sonniger Tag, der das Gemüt erhellt, ein gutes Buch, ein leckerer Wein, eine Stunde Zeit nur für uns, ein heißes Bad oder das Gefühl von Schmetterlingen im Bauch, wenn man frisch verliebt ist.

Dankbarkeit ist etwas, das viele Menschen nicht kennen. Als Kind wird man noch drauf gedrillt brav "dankeschön" und "bitte" zu sagen, wenn man etwas bekommt oder haben möchte, doch meist bleiben das hohle Phrasen. Ein Dankeschön aus tiefsten Herzen klingt nicht nur anders, als eine Floskel, es fühlt sich für beide Seiten auch anders an. Wir haben verlernt uns über etwas zu freuen, weil die meisten Dinge viel zu leicht zu haben sind.
Gekauft, benutzt und in die Ecke gestellt. Wie viel Müll und unnützes Zeug steht in jedem Haus herum. Alles Wünsche und Träume, die man sich verwirklicht haben und die nun Platz wegnehmen und über die man sich nur noch ärgert, weil man ständig drüber stolpert oder sie immer wieder in die Hand nehmen muss, weil sie im Weg stehen.


Wir sollten beginnen uns wieder auf das Wesentliche zu konzentrieren. Auf das, was uns langfristig glücklich machen kann. Das sind nicht irgendwelche materiellen Dinge, sondern zwischenmenschliche Beziehungen, positive Erfahrungen und Gefühle. Wir können sie in unseren Herzen mit uns tragen, sie brauchen keinen Stauraum und erfüllen uns mit Freude.
Was ist das Strahlen eines Kindes gegen den neusten und größten Fernseher?!
Das TV ist bald veraltet oder viel zu klein, das Kinderlachen und die Freude hält länger an.

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