Gute 10 Jahre habe ich es mir schon vorgenommen, doch nie hat es geklappt. Immer fehlten die Zeit, Motivation oder ich war einfach am falschen Ort. Nun endlich war ich auch mal da. Die Rede ist von der Buchmesse in Frankfurt. Morgens samt Freund, Bruder und Schwester mit dem Auto zum Bahnhof gefahren, nen Hessenticket gelöst und ab ging es in Richtung Süden.
Bis zum ersten Umsteigebahnhof kein Problem, Platz gab es genug. Allerdings in der Bahn Richtung Frankfurt selbst sah es ganz anders aus. So ähnlich müssen sich Schweine und Hühner im Tiertransport fühlen. Warm, stickig und gedrängt standen wir zwischen all den anderen, die nach Frankfurt fahren wollten.
Mir ist es erst gar nicht aufgefallen, bis ich jemanden sagen hörte "Ist Halloween nicht erst später? Habe ich etwas verpasst oder wo kommen die ganzen verkleideten Gestalten her?" Erst dann fiel mir wieder ein, dass Zeitgleich auf dem Gelände der Buchmesse ein Cosplay stattfinden sollte. Es war auf dem Rest der Fahrt und auf der Messe selbst nciht mehr zu übersehen. Überall tummelten sich Jugendliche in Mangaverkleidungen. Angefangen bei Sailormoon, über Pokemongestalten bis hin zu mir nicht weiter bekannten Wesen mit kurzen Röcken und riesigen Waffen. Die Regel schien zu besagen: je größer die Waffe, je kürzer der Rock, desto besser der Cosplayer. In anbetracht der oft üppigen Damen war das allerdings nicht immer ein Augenschmaus.
Endlich in Frankfurt angekommen, brauchten wir eine kleine Stärkung, das allerdings bedeutete, sich wieder der Massen folgend in Richtung Mc Donalds zu begeben. Direkt vor uns stand ein Dinoähnliches Etwas, dass wohl auch einen Mangacharakter darstellen sollte. Mir ist absolut unverständlich, wie man den ganzen Tag in Plüsch und Schaumstoff gewandet mit einer riesigen Maske auf dem Kopf herumlaufen kann ohne zu ersticken oder einen Hitzeschlag zu erleiden.
Auf dem Messegelände selbst, ging alles sehr schnell. Dank der vielen Kassen, waren die Schlangen an ebensolchen erstaunlich kurz. Im Vorbeigehen fiel uns auf, dass die Taschenkontrolleure vorzugsweise Cosplayer überprüften, "normale" Messebesucher blieben weitestgehend verschont. Etwas diskriminierend, wie ich finde.
Auf dem vor uns liegenden Gelände mussten wir uns erstmal orientieren.
Gleich am Anfang zog es uns zu der Comic- und Mangaabteilung, wo ein Zeichner per Beamerpräsentation und Graphictablet zeigte, wie er arbeitet. Relativ ziellos irrten wir von einer Halle zur nächsten. Von den Jugendbüchern zur Literatur und den Sachbüchern, hasteten an Sonya Kraus vorbei, die gerade am Lesen war aber trotzdem fanden wir nicht wirklich viel Ansprechened für uns.
Auch die Suche nach schönen Lesezeichen und "Leseutensilien" war eher weniger von Erfolg gekrönt. Alles, was ich ergattert habe, waren zwei kostenlose Werbe-Lesezeichen und 2 kostenlose Zeitschriften.
Irgendwann war selbst mir der Trubel auf der Messe zu viel und noch so viel Zeit bis zur Abfahrt des Zuges übrig, dass wir mit der nächsten Bahn in Richtung Zeil fahren konnten um im Bärentreff ein paar Bärchen zu kaufen. Dort war es genauso voll.
Zurück im Zug, ertönt folgende Durchsage "..unser Zug ist zu 100 % besetzt, wir bitten unsere Fahrgäste den nächsten Zug nach Gießen zu nehmen....".
Fazit: Meine Erwartungen waren zu hoch, die Züge zu voll und mein Orientierungssinn hat mich wohl völlig im Stich gelassen. Ich werde wohl nicht mehr zur Buchmesse fahren, und wenn doch, dann besser vorbereitet und mit geringeren Erwartungen.
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