Montag, 23. Januar 2012

Die Bücherdiebin - Markus Zusak

Liesel Meminger ist noch ein junges Mädchen, als sie zu Pflegeeltern in der Nähe von München kommt. Zu dem Zeitpunkt hat sie sich schon von vielen Menschen in ihrem Umfeld verabschieden müssen. Ihren Vater kennt sie gar nicht, ihre Mutter gibt sie weg und stirbt kurz darauf, ihr kleiner Bruder stirbt sogar auf der Fahrt zu den neuen Eltern vor ihren Augen.
Obwohl sie nicht lesen kann, stielt sie auf der Beerdigung ihres Bruders ein kleines schwarzes Buch, dass einsam im Schnee liegt. Dies ist der Anfang von ihrer Karriere als Bücherdiebin und der Trost, aller Trost, den sie in ihrem weiteren Leben braucht. Mit Hilfe des Buches "Handbuch für Totengräber" lernt sie nachts, aufgeschreckt durch Alpträume von ihrem Vater das Lesen. Um an neue Bücher zu kommen, hat sie in den kargen Kriegsjahren nur eine Möglichkeit. Sie muss sie stehlen.

Bücher, die in den Vorkriegsjahren in Deutschland spielen gibt es viele, doch keines von ihnen wird vom Tod selbst erzählt. Es ist nicht die triste, traurige Person des Todes, der dem Leser Angst einflöst, sondern einer, der fast romantisch den Himmel in bunten Farben beschreibt, für jeden Menschen eine Farbe. Er beobachtet, aber mischt sich nicht ein, lässt alles geschehen, was geschehen soll und wundert sich über das Glück, dass Liesel hat, ihm immer wieder zu entkommen.

Besonders schön fand ich persönlich die immer wieder vom Erzähler eingefügten Zwischenmeldungen in Form noch Zitaten aus dem Buch, dass Liesel gerade las, kurze Vorausblicke, Nebeninformationen aus anderen Zeiten oder von anderen Orten zur gleichen Zeit. Als Nicht-Autorin stelle ich es mir recht schwer vor, Bücher über den 2. Weltkrieg zu schreiben, wenn man selbst nicht dabei war und sich nur auf Hörensagen oder Überlieferte Unterlagen verlassen kann, ohne dass es zu unwirklich oder übertrieben wirkt.
Alleine die Vorstellung, einen Juden oder eine andere aus politischen oder ethnischen Gründen verfolgte Person über Jahre hinweg zu verstecken ohne sich zu verraten ist eine Leistung, die nur wenige wirklich vollbracht haben. Jahrelang befürchten zu müssen, entdeckt zu werden oder aus Versehen ein falsches Wort an der falschen Stelle zu platzieren und so Aufmerksamkeit auf sich zu lenken.
In diesem Buch ist, denke ich ist diese Angst und das Unverständins gegenüber der Regierung recht deutlich geworden ohne mit erhobenem Zeigefinger zu warnen, Dinge zu beschönigen oder zu übertreiben.


Fazit: Ein lesenswertes Buch für diejenigen, die nciht in der Schule schon eine Überdosis NS-Zeit im Unterricht abbekommen haben.

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