Samstag, 6. April 2013

Wenn die Leselust zum Lesefrust wird

Immer wieder stehe ich vor dem Problem. Neben meinem Bett stapeln sich die begonnenen Bücher und mich kann nicht eines so sehr fesseln, dass ich es durchlesen würde.
Da klingt ein Buch vielversprechend, man nimmt es zur Hand und beginnt zu lesen, um dann festzustellen, dass einem der Stil nicht zusagt oder der Klappentext einfach nicht hält, was er verspricht.

Wenn ich bei Goodreads meine Lesefortschritte einstelle, werde ich immer höflichst darauf hingewiesen, dass ich momentan insgesamt 8 Bücher gleichzeitig lese..... ACHT!!!!!!!!!!!!! Ich habe keine Ahnung, wieso, weshalb und warum oder wie es dazu kam, plötzlich stehen da diese acht Bücher, die vor mir Ringelreihn tanzen und mir die Nase rausstrecken.

Gerade versuche ich zuerst "Gaviotas" zu beenden, doch mit 384 Seiten über Technik, Architektur und Regenerative Energien braucht es eine Weile, bis sich so ein Buch durchlesen lässt. Ich neige schon dazu, stattdessen ein anderes Buch zur Hand zu nehmen, doch das wäre ja nicht im Sinne des Erfinders.
Dazu kommt, dass ich noch Bücher auf meinem SuB liegen habe, die ich irgendwann auch mal wieder in die Bücherei zurückbringen müsste. Doch wer bringt schon gern ungelesene Bücher wieder weg, gerade wenn die netten Damen dann auch noch fragen, wie sie einem gefallen haben?!
Da hilft nur noch durchbeißen und abends die Nase ins Buch stecken. Leider wird man des Lesens allerdings auch müde, wenn man den ganzen Tag schon über seinen Büchern hockt und lernt, da die Abschlussprüfungen bevorstehen. Seit einer gefühlten Ewigkeit habe ich nicht mehr so viel ferngesehen wie die letzte Woche.

Was mich besonders frustet ist, dass ich meine Freude am Lesen eigentlich nicht verloren habe. Ich MÖCHTE lesen, aber irgendwie geht es nicht. Es fühlt sich an, wie nach einer langen Radtour, wenn einen nur noch ein letzter Anstieg von der Dusche trennt. Die Beine sind schlapp und kraftlos, doch man will es unbedingt schaffen. Kurz vor dem Ziel beschließt man dann, ein Auto anzuhalten, das Rad anzuschließen und den bequemeren Weg zum Ziel zu nehmen. Anders ist es beim Lesen auch nicht. Wenn ein Buch zu anstrengend oder zu langatmig wird, greife ich zum nächsten, lasse das andere sacken und versuche es später nocheinmal. Allerdings hat man dann im Hinterkopf, dass man dieses Buch ja noch lesen "muss" und es erscheint einem nicht wie Spaß oder Entspannung, sondern wie eine lästige Pflicht.
Goodreads und ähnliche Communities haben zwar ihren Vorteil, z.B. dass man neue Bücher kennenlernt oder feststellt, dass man nicht der einzige lesende Vollpfosten ist, der sich mit solchen Problemen rumquält. Allerdings zeigt einem die Leseanzeige immer, wie weit man noch von seinem Ziel, dem Ende eines Buches entfernt ist. So ein kleiner grauer Balken und die Prozentzahl dahinter kriecht nach jedem Aktualisieren nur so dahin wie eine Schnecke. Wer kann sich da schon noch über 20 gelesene Seiten freuen, wenn sich in der Anzeige partout nichts ändern will?

Mittlerweile denke ich ernsthaft darüber nach, mich bei solchen Foren wieder abzumelden, um mir den selbst auferlegten Druck dadurch zu nehmen.
Hat jemand von euch damit eigene Erfahrungen gemacht? Wie geht ihr mit solchen Situationen um oder stört es euch nicht?

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