Jacobs Kaffee .... wunderbar. Damit warb die Bremener Kaffeerösterei um ihren Kaffee, doch diese Familie hat eine weit längere und spannendere Geschichte.
Louise Jacobs trug die Geschichte ihrer Familie in Fotos, Artikeln und Gesprächsnotizen zusammen, die sie romanartig zu diesem Buch verwarb.
Sie beginnt bei ihren jüdischen Vorfahren, die vor dem Zweiten Weltkrieg zuerst nach Portugal und später nach New York auswandern, immer getrieben von der inneren Unruhe und Angst vor Verfolgung. Mit Witz und Melancholie knüpft sie Verbindungen ihrer Familie erneut. Auf diese Weise entsteht eine Biografie, die einem Roman sehr ähnlich scheint. Die Autorin entwickelt während des Schreibens selbst Beziehungen zu ihren "Figuren", sie halten sie gefangen und im Epilog wird deutlich, wie tief sie in diese Materie eingetaucht ist.
Jacobs versucht die Geschichte ihrer Familie mit drei Fäden zu spinnen. Dabei greift sie auf die Familie Jessurun (mütterlicherseits) und die Familie Jacobs (väterlicherseits) zurück, während sie parallel über ihre Arbeit an dem Buch erzählt, über Gespräche mit Großmutter, Großtante und anderen Verwandten und Bekannten ihrer Familien.
Der Leser merkt diesem Buch das Herzblut an, das die Autorin hineingesteckt hat, andererseits wirken andere Teile des Buches oder ganze Personen etwas durchsichtig, was wohl auf die fehlenden Informationen zurückzuführen ist. Immer wieder kommt es zu Wiederholungen, was mir persönlich nicht allzu schlimm erscheint, da sie in der Regel dort auftreten, wo Ort und Zeit wieder wechseln und auf diese Weise der rote Faden wieder aufgenommen wird.
Mit hat das Buch sehr gut gefallen, auch wenn ich selbst kein Kaffeetrinker bin, interessieren mich Familienschicksale im Zweiten Weltkrieg oder auch in der Zeit davor sehr.
Dieses Buch bekommt von mir 4 von 5 Sternen.
Fazit: Für Kaffeetrinker und auch Geschichtsfreunde geeignet.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen