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Dienstag, 13. Januar 2015

Das entschwundene Land - Astrid Lindgren


Sie zählt zu den beliebtesten Schriftstellerinnen für Kinderbücher. Ihre Bücher wurden in zahllose Sprachen übersetzt und finden sich weltweit in fast jedem Kinderzimmer.
Wir ritten auf Herrn Nielson, befreiten Herrn Ephraim Langstrumpf, liefen mit Ronja durch die Wälder, warteten mit Lotta und Madita auf den Schnee….
Astrid Lindgren öffnete uns die Augen, schickte uns auf Reisen und lies uns lachen oder einfach mal frech sein wie Michel aus Lönneberga.
Wer ist die Frau, die all diese schönen Bücher geschrieben hat, die uns geprägt haben? Die Frage habe ich mir schon oft gestellt und wollte sie unbedingt beantwortet haben. Deshalb griff ich zu „Das entschwundene Land“ und war gleich fasziniert. Wer eine normale Biografie erwartet hat, ist hier fehl am Platz. Liebevoll und warmherzig erzählt Lindgren die Geschichte ihrer Familie und zieht Verbindungen zwischen ihrem Leben und ihren Büchern.

Um das Buch bin ich schon einige Jahre herumgeschlichen und hatte die Befürchtung, dass es, ist es erst einmal gekauft dann vielleicht doch auf dem SUB landet und vor sich hin staubt. Doch alles kam anders. Kaum reingelesen, konnte ich die Finger nicht mehr von ihm lassen. Lindgren schreibt über ihre Familie, wie sie auch über ihre verschiedenen Charaktere schreibt. Voller Hingabe, Liebe und Nachsicht für die eine oder andere Eigenheit der Person. Bilder aus dem Familienalbum lockern das Gesamtbild auf und vermitteln dem Leser im wahrsten Sinne des Wortes ein Bild vom Leben und der Familie der Autorin.

Eingefleischte Fans von Astrid Lindgren kommen um dieses kleine Buch nicht drum herum.

Donnerstag, 22. August 2013

Cafe Heimat. Die Geschichte meiner Familie - Louise Jacobs

Jacobs Kaffee .... wunderbar. Damit warb die Bremener Kaffeerösterei um ihren Kaffee, doch diese Familie hat eine weit längere und spannendere Geschichte.
Louise Jacobs trug die Geschichte ihrer Familie in Fotos, Artikeln und Gesprächsnotizen zusammen, die sie romanartig zu diesem Buch verwarb.
Sie beginnt bei ihren jüdischen Vorfahren, die vor dem Zweiten Weltkrieg zuerst nach Portugal und später nach New York auswandern, immer getrieben von der inneren Unruhe und Angst vor Verfolgung. Mit Witz und Melancholie knüpft sie Verbindungen ihrer Familie erneut. Auf diese Weise entsteht eine Biografie, die einem Roman sehr ähnlich scheint. Die Autorin entwickelt während des Schreibens selbst Beziehungen zu ihren "Figuren", sie halten sie gefangen und im Epilog wird deutlich, wie tief sie in diese Materie eingetaucht ist.
Jacobs versucht die Geschichte ihrer Familie mit drei Fäden zu spinnen. Dabei greift sie auf die Familie Jessurun (mütterlicherseits) und die Familie Jacobs (väterlicherseits) zurück, während sie parallel über ihre Arbeit an dem Buch erzählt, über Gespräche mit Großmutter, Großtante und anderen Verwandten und Bekannten ihrer Familien.

Der Leser merkt diesem Buch das Herzblut an, das die Autorin hineingesteckt hat, andererseits wirken andere Teile des Buches oder ganze Personen etwas durchsichtig, was wohl auf die fehlenden Informationen zurückzuführen ist. Immer wieder kommt es zu Wiederholungen, was mir persönlich nicht allzu schlimm erscheint, da sie in der Regel dort auftreten, wo Ort und Zeit wieder wechseln und auf diese Weise der rote Faden wieder aufgenommen wird.


Mit hat das Buch sehr gut gefallen, auch wenn ich selbst kein Kaffeetrinker bin, interessieren mich Familienschicksale im Zweiten Weltkrieg oder auch in der Zeit davor sehr.

Dieses Buch bekommt von mir 4 von 5 Sternen.

Fazit: Für Kaffeetrinker und auch Geschichtsfreunde geeignet.