Posts mit dem Label Zitat der Woche werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Zitat der Woche werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 7. April 2013

Zitat der Woche #3

Heute aus "Das Labyrinth der Wörter" von Marie-Sabine Roger:


"Ich bin beeindruckt, Germain, Sie haben ein ganz hervorragendes auditives Gedächtnis!"
"Ach was, ich kann mir nur ganz gut merken, was ich höre."



Dieses Buch ist voll von diesen kleinen Szenen, die man einfach liebgewinnen muss. Germain, auch wenn eher tölpelhaft und einfach gestrickt, ist eine gute Seele. Solche kurzen Abschnitte bringen mich immer wieder zum Schmunzeln, deshalb wollte ich diesen nicht vorenthalten.
Fremdworte sind nun nicht jedermanns Ding und hier sieht man mal wieder, wie man aneinander vorbeireden kann, auch wenn das Gleiche gemeint ist. Jeder hat seine eigene Art, sich auszudrücken, ob man nun so gebildet spricht wie Margueritte oder in eher einfachen und kurzen Sätzen, wie Germain es tut.

Das ist es, das Labyrinth der Wörter, in dem wir uns tagtäglich zurechtfinden müssen. Aus dem Wirrwar der verschiedenen Worte, bilden wir Sätze, andere sogar Gedichte und ganze Romane. Nicht jeder von uns beherrscht sein Vokabular so perfekt und weiträumig, wie Margueritte, immer wieder gibt es Wege/ Worte, die man neu entdeckt und deren Bedeutung man sich erst bewusst werden muss.
Ein einfaches Gespräch kann schon allein deshalb in eine Sackgasse geraten, weil man zwar die gleiche Sprache spricht, aber vielleicht einen anderen Dialekt oder ein Wort in einem anderen Zusammenhang einsetzt, der dem Gegenüber unbekannt ist.

Freuen wir uns also daran in jedem Buch wieder Neues zu entdecken. Nicht nur neue Geschichten, sondern auch neue Worte, die uns faszinieren und uns unser ganzes Leben lang lernen lassen, ohne dass wir uns dessen wirklich bewusst werden.

Sonntag, 25. September 2011

Zitat

Habent sua fata libelli (Terentianus Maurus)

Bücher haben ihr Schicksal.




Zuerst teuer wie Schätze, behandelt wie solche, später entweiht durch Zerkratzen der Buchseiten um neues Pergament zum Schreiben zu haben, verbrannt, geknickt, verrissen. Wie viele von ihnen dienen als Untersetzer bei wackeligen Stühlen, werden achtlos in den Papierkorb geworfen oder im Ofen verbrannt? Für die einen Wegwerfprodukte, für andere wahre Schätze. Den einen ein Gräuel, eine Bremse in der Entwicklung, für andere das Bewusstsein Altes, Bewährtes zu erhalten und weiter zu geben.
Vielleicht bin ich, was den Umgang mit Büchern angeht ein Freak, ein Spinner, aber ich bin ein Liebhaber, ein Sammler. Bücher haben ihr eigenes Leben, sie sollten genauso behandelt werden. Sie sind Teil unserer Geschichte, mit ihnen machen wir viele Erfahrungen, sie helfen uns über schwere Zeiten hinweg, dienen als Ablenkung. Mit ihnen erlebt man in seiner Fantasie eigene Abenteuer, fängt Monster, reist durch die Zeit und in ferne Länder. Sie geben einem Geborgenheit, wenn man sie braucht, Sicherheit, auf die man sich berufen kann. Mit einem Buch in der Tasche wird einem nie langweilig. EIN Buch in der Tasche? Vielleicht auch 2.

Für jeden haben sie einen anderen Stellenwert, doch immer gilt, "Lesen schadet der Dummheit". Jeder Mensch sollte lesen dürfen, was ihm gefällt und sich nicht nach einer Mode richten müssen oder dem, was gerade "in" ist. Allerdings sollte man nicht vergessen, das Bücher und ein Leben mit Büchern nicht immer ungefährlich ist. Wissen bringt uns weiter, lesen beflügelt unsere Fantasie, doch Halbwissen kann gefärhlich sein. Einige Bücher landen auf dem Index, weil sie als gefährdend angesehen werden. Menschen wurden verfolgt, weil sie lasen, Frauen verbrannt, die des Lesens und Schreibens mächtig waren, Autoren hingerichtet, ihre Bücher auf Scheiterhaufen öffentlich verbrannt.

Bücher sind wie wir dem Verwall ausgesetzt, doch ist es uns bei ihnen möglich wie zu restaurieren, das in ihnen stehende Wissen zu digitalisieren oder anderweitig für die nachfolgenden Generationen zu konservieren. Doch was geschieht mit all den anderen Büchern, die nicht zur großen Literatur zählen, aber die Leser trotzdem über Generationen hinweg begleitet haben? Manche Bücher werden durch ganze Familien gereicht und sehen dementsprechend schlecht aus, sind sie es nicht wert erhalten zu werden?

Was geschieht, wenn die e-books die herkömmlichen Bücher verdrängen oder zumindest aufholen. Werden einige Bücher dann vielleicht gar nicht mehr in Papierformaten ausgegeben? Wie kann man an ein paar Daten, die im Prinzip nichts anderes als Nullen und Einsen auf unseren Festplatten sind einen persönlichen Wert beimessen. Werden sie zu einer Ähnlichen Datenflut beitragen sie die Einführung der digitalen Fotografie, die einem das einfache und schnelle Ablichten von Momenten ermöglichte, die dann aber im seltensten Fall in Bilderrahmen oder Fotoalben landen, weil man Massen ähnlicher Bilder noch zu Hauf auf der Festplatte gespeichert hat?

Wie wird es mit unseren geliebten Büchern weiter gehen? Man kann nur hoffen, dass die nächsten Generationen sich ein Vorbild an ihren Eltern nehmen und genauso lesen um das einzigartige Wesen des Buches als Träger von Kultur und Wissen weiterhin zu erhalten.

Sonntag, 24. Mai 2009

Zitat der Woche

Habe nun, ach! Philosophie,
Juristerei und Medizin,
und leider auch Theologie
durchaus studiert, mit heißem Bemühn.
Da steh ich nun, ich armer Tor,
und bin so klug als wie zuvor!

J.W. von Goethe in Faust I

Dieses Zitat haben wir alle schon oft gehört, denn heute gehören gerade die letzten beiden Zeilen zum normalen Sprachgebrauch.
Manchmal geht es mir wie Faust, ich lese viel, auch verschiedenste Genres, aber klüger werde ich dadurch nicht. Ich habe das Gefühl immer auf der Stelle zu treten und nicht einen Schritt vorwärts zu kommen.
Je mehr ich weiß, desto mehr fällt mir auf, was ich nicht weiß. Ein echter Teufelskreis aus dem ich nicht ausbrechen kann. Die Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens, des Universums und Allem ist laut Douglas Adams in "Per Anhalter durch die Galaxis" 42, doch trotzdem weiß ich nicht, was für mich "die Welt im Inneren zusammenhält".

Hört sich fast an wie ein Wort zum Sonntag.
Nächste Woche werde ich mir etwas anderes suchen müssen, ein bodenständigeres Zitat, ich will ja nicht die paar Leute, die sich auf meinen Blog verirren gleich verschrecken.