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Samstag, 28. März 2015

Ruhe, ich esse! - René Goscinny

René Goscinny ist bekannt als Vater von Asterix, Luky Luke oder auch dem kleinen Nick, doch in diesem Buch zeigt er, dass er auch ein hervorragender Anthropologe ist.
In 15 kleinen Texten stellt er sich selbst al Autor dar und nimmt den Menschen als solches aufs Korn.
Er versucht sich mit einem Freund in der Polemik, nur um festzustellen, dass das alles gar niht so einfach ist, wie er dachte. Beschreibt Geschäftsessen, bei denen es nie um das Geschäftliche geht, stellt dar, wie Gerüchte entstehen.

Ganz sachlich beschreibt er den Menschen, der so viele Fehler hat, dass man über seine eigene Unzulänglichkeit nur lachen kann. Wer kann denn schon Promis ernst nehmen, die bei einer Preisverleihung vor dem Mikrofon in Tränen ausbrechen und kein Wort mehr herausbekommen oder ihre Rede vom Blatt wortwörtlich ablesen müssen?

Ich kann dieses Buch jedem Liebhaber von Gesellschaftssatiren und Goscinny nur ans Herz legen, denn es lohnt sich.

Samstag, 18. Oktober 2014

In Gottes Namen. Amen! - Simon Rich

Eigentlich hat Gott gar keine Lust mehr. Statt die Menschheit zu beaufsichtigen, die sich sowieso nur selbst zerstört, möchte er viel lieber ein Restaurant für Asian Fusionfood führen. Die vorsortierten Gebete liegen stapelweise auf seinem Schreibtisch und das Einzige, was ihn an der Menschheit noch interessiert, sind verschiedene sportliche Wettkämpfe. Für diese lohnt es sich auch mal ein paar Engel zu beauftragen, sich in das Geschehen auf dem Spielfeld oder der Rennbahn einzumischen.
Die Rechnung hat er allerdings ohne die Engel Craig und Eliza gemacht, die voller Eifer auch die kleinsten Wunder vollbringen, Schlüssel zum Vorschein kommen lassen oder dem Angler zu seinem Glück verhelfen.
Mit ihnen geht Gott eine Wette ein. Sie sollen eines der Gebete erhören und das Wunder vollbringen. Dafür bekommen sie 30 Tage Zeit. Während Gottes Prophet Raoul das Ende der Welt voraussagt, setzen seine Engel alles darauf an, zwei überzeugte Stubenhocker zusammenzubringen.

Ein solches Buch geht man mit gemischten Gefühlen an. Zum einen kann es selbstkristisch und ironisch sein und den Leser über sich selbst zum Schmunzeln bringen. Oder es artet hemmungslos blasphemisch aus. Der Grat, auf dem sich dieses Buch bewegt ist sehr schmal. Zu Beginn fand ich die Idee des Muches recht spannend, kannte ich ähnliche Themen doch schon von "Evan / Bruce allmächtig" oder "Jesus liebt mich".
Leider hapert es an der Umsetzung. Aus dem eigentlich humoristischen Roman wird ein eher tröges Stück Liebesschnulze.


Fazit: Kann man lesen, muss man aber nicht.

Samstag, 28. Juni 2014

Überman – Tommy Jaud


Simon hat sein gesamtes Geld in einem Investmentportfolio verloren und versucht verzweifelt wieder zu Geld zu kommen, um seine Steuerschulden begleichen zu können.
Wie er nunmal ist, sucht er sich dafür keinen Job, sondern versucht es auf seine Weise: er beschwert sich. Mit Hilfe seines Anwalts will er gegen Jamie Oliver bzw. den Titel seines Buches vorgehen und zeigen, dass die Rezepte von einem Laien nicht in 30 Minuten gekocht werden können. Eine weitaus lukrativere Idee dagegen scheint es, mit der Weltuntergangsparanoia Profit zu machen.
Alte Bunker gibt es in der Nähe schließlich genug.
Simon wäre allerdings nicht Simon, wenn er beim Durchetzen seiner Pläne nicht wieder Mist bauen würde oder seine Freunden auf den Schlips träte.
Um ihnen zu beweisen, dass er kein Vollidiot ist, lockt er sie zu einer Weinprobe in einen Weinkeller, in der Hoffnung, Pluspunkte zu sammeln, wenn er sie von der Massenpanik des Weltuntergangs rettet.
Die Figur des Simon Peters ist, wie in den vorangegangenen Büchern, völlig abstrus und verrückt. Der Vollidiot scheint niemals erwachsen zu werden, hintergeht seine Freunde, belügt und bestielt sie. Andererseits versteht er nicht, wenn sie sich daraufhin von ihm abwenden oder seine Freundin aus der Wohnung auszieht.
Er ist egozentrisch und für Gefühle anderer nicht zugänglich.
Wo der erste Band „Vollidiot“ noch erfrischend und spritzig zu lesen war, zweifelte der Leser nun an Simons Verstand. Die Geschichte scheint sich in den verschiedenen roten Fäden zu verheddern. Einige werden mittendrin fallengelassen, andere zu einem neuen Strang zwangsweise verknotet oder zu einem unnötigen Ende geführt.


Fazit: Wer Tommy Jauds Bücher liebt, sollte auch dieses der Vollständigkeit halber lesen. Alle anderen können es getrost auslassen.

Samstag, 4. Mai 2013

Das Känguru Manifest - Marc-Uwe Kling

Stell dir vor, du machst die Tür auf wenn es klingelt, siehst dich um und vor dir steht ein Känguru....

So ging es Marc-Uwe, im ersten Teil seiner Chronik (Die Känguru-Chroniken). Seitdem ist einige Zeit vergangen. Besagtes Beuteltier teilt sich nun mit ihm eine Wohnung und es kommt immer wieder zu lustigen Zwischenfällen.
Der Nachbar aus der Wohnung gegenüber (ein Pinguin) entpuppt sich als Antagonist zum Känguru, weshalb dieses ihn versucht auszuschalten oder loszuwerden.
Als überzeugter Kommunist, ruft das Känguru das "Assoziale Netzwerk" als Gegenpol zu Facebook und ähnlichen Netzwerken ins Leben. Dieses trifft sich ein einem Bus und versucht sogenannte "Anti-Terror-Anschläge" zu verüben, was meist nach hinten losgeht oder erst gar nicht zur Ausführung kommt, da sich niemand vom anderen etwas sagen lassen will.
Gleich zu Beginn starten die beiden Protagonisten einen kleinen Wettbewerb, wer die meisten Leute subtil beleidigen kann, ohne dass es diesen auffällt.
 Als sogenannter "unproduktiver Ausländer" ist das Känguru auf der Abschliebeliste des Ministeriums für Produktivität gelandet und versucht nun, dagegen anzugehen. Bei einem Besuch auf dem Amt setzt der Erzähler seine Fähigkeiten ein um den aufgebrachten Beamten zu beruhigen, wobei der zugleich einige Punkte für seinen Wettbewerb gewinnt, da der Beamte sich durch diese geschickt angebrachte Beleidigung sogar geschmeichelt fühlt.


Obwohl es sich hier um den zweiten Teil der Känguru Chroniken handelt, lässt sich das Buch auch gut ohne große Vorkenntnisse aus dem ersten Buch verstehen. Die einzelnen Kapitel sind mehr oder weniger voneinander unabhängige kurze Erzählungen, in denen der Autor herrlich kritisch über die Eigenarten unseres Lebensumfeldes herzieht und sie immer weiter auf die Spitze treibt.

Fazit: Ein absolut lesenswertes Buch, wenn man gerne über sich und seine Mitmenschen lachen möchte.

4 von 5 möglichen Sternen



Der dritte Teil der Känguru-Chroniken erscheint laut Amazon voraussichtlich im März 2014 unter dem Titel "Die Känguru-Offenbarung" im Ullsteinverlag sowohl als Taschenbuch, wie auch als Ebook.

Donnerstag, 16. Juli 2009

Schmitz' Katze. Hunde haben Herrchen, Katzen haben Personal - Ralf Schmitz

Das Zusammenleben mit Katzen ist nicht immer einfach. Sie haaren, kotzen, pinkeln, stinken und klauen einem die Wurst vom Brot. Schmitz kann davon ein Liedchen singen. Sein Katze ist nicht nur ein 23jähriges medizinisches Wunder, taub und an Alzheimer erkrankt, sondern auch noch vollkommen durchgeknallt.
Mit viel Witz schreibt er über kleinere, größere Missgeschicke und Machtkämpfe. Fotos und Zeichnungen bebildern seine Beschreibungen.
Besonders lustig wird es, wenn er versucht, sich in Minka zu versetzen.

Die Idee ein solches Buch zu schreiben ist witzig, doch in der Umsetzung hapert es. Einige Teile lösen Lachanfälle aus, andere wiederum ein herzhaftes Gähnen. Manche Abschnitte sind wohl nur dann lustig, wenn man selbst einen Stubentiger daheim hat. Peinlich wird es, wenn der Autor den Tagesablauf der Superheldenkatze beschreibt ( tut mir Leid Herr Schmitz, aber was soll das bitte?)

Der Schreibstil ist sehr einfach zu lesen und eigentlich sollte man mit einem solch kleinen Buch recht schnell durch sein, doch ich musste mich jedesmal überreden, wieder weiter zu lesen. Die Anmerkungen am Seitenende stören zwar etwas den Lesefluss, sind aber auch für "Nicht-Katzenpersonal" recht interessant.

Fazit: Wer Katzen hat oder sich welche anschaffen will, ist mit dem Buch gut beraten. Wer Hunde bevorzugt, sollte es lieber im Regal stehen lassen.

Von mir gibt es hierfür nur 3 Sterne

Montag, 22. Juni 2009

Jesus liebt mich - David Safier

Zusammenfassung:
Marie organisiert gerade ihre Hochzeit, als sie beginnt, sich Gedanken über Jesus zu machen. Allerdings nciht, weil sie daran glaubt, sondern weil ihr auffällt, dass Jesus auf alles Altarbilder, an allen Kreuzen und auf allen Bildern aussieht wie einer der Beegees. Als sie vor dem Altar steht, kommen ihr Zweifel, ob Sven wirklich der Richtige für die ist. Sie ist so beschäftigt mit ihren Gedanken, dass sie die Frage, die sie mit "Ja, mit Gottes Hilfe" hätte beantworten sollen vollkommen überhört. Letztendlich antwortet sie mit "Nein", verliert ihren Freund, ihr Heim, zieht zu ihrem Vater, der nun eine Freundin hat, die jünger ist als sie selbst.
Während Marie mit ihrem Lebend hadert betritt Joshua ihr Zimmer um den undichten Dachstuhl zu reparieren. Was sie zu dem Zeitpunkt nicht weiß ist, dass der leibhaftige Jesus vor ihr steht. Es bleiben nur wenige Tage bis zum Untergang der Welt, bis zum Endkampf zwischen Gut und Böse.

Meine Meinung:
Ein lustiges Buch, wenn auch vom Thema her etwas problematisch. Auf der einen Seite ist es sehr lustig geschrieben, andererseits zieht es alles durch den Kakao, woran ich glaube.
Ein besonderer Running-Gag sind ihre immer wiederkehrende Versuche Hebräisch zu reden.

Hier ein Beispiel von Seite 187:
"Eloi, eloi, lama sabati", rief ich ihm schließlich voller Schmerz hinterher.
Jetzt blieb er stehen und drehte sich um: "Das bedeutet auf Hebräisch: Mein Gott, mein Gott, mein Lama ist unfruchtbar."
"Eloi, Eloi, lladara sabati", versuchte ich es erneut.
"Und das bedeutet: Mein Gott, mein Gott, mein Hut ist unfruchtbar."
"Du weißt doch, was ich meine!", schrie ich ihn an.

Der Auto spielt in diesem Buch mit verschiedenen Erzählebenen, die sich auch im Schrifttyp voneinander abheben. Aus der "normalen" Handlung hebt sich der Erzählstrang der "höheren Mächte" kursiv ab. Dabei handelt es sich um Gespräche zwischen Gabriel, dem Teufel und Jesus untereinander, oder mit anderen Nebencharakteren wie zum Beispiel den Reitern der Apokalypse.
Ich denke, hier ist eine interessante Erzählung entstanden, die sich mit dem Problem " Was würde Jesus machen, wenn er heute wieder auf die Erde käme?" beschäftigt. Die Naivität Jesus' in diesem Buch ist auf der einen Seite besonders lustig, allerdings auch für mich selbst eher unrealistisch. Wenn Gott in diesem Buch in der Lage ist, sich mit H&M-Kleidung auszustaffieren und der Teufel sich als Alicia Keys oder George Clooney verwandeln kann, wieso ist Jesus dann so ahnungslos? Hat er nicht die Möglichkeit von einer Wolke im Himmel die Geschehnisse auf der Erde zu verfolgen?!

Fazit: Alles in Allem ein empfehlenswertes Buch, das Spaß macht und kein Auge trocken lässt. Wie es ausgeht, das wird nicht vertraten.