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Samstag, 28. März 2015

Ruhe, ich esse! - René Goscinny

René Goscinny ist bekannt als Vater von Asterix, Luky Luke oder auch dem kleinen Nick, doch in diesem Buch zeigt er, dass er auch ein hervorragender Anthropologe ist.
In 15 kleinen Texten stellt er sich selbst al Autor dar und nimmt den Menschen als solches aufs Korn.
Er versucht sich mit einem Freund in der Polemik, nur um festzustellen, dass das alles gar niht so einfach ist, wie er dachte. Beschreibt Geschäftsessen, bei denen es nie um das Geschäftliche geht, stellt dar, wie Gerüchte entstehen.

Ganz sachlich beschreibt er den Menschen, der so viele Fehler hat, dass man über seine eigene Unzulänglichkeit nur lachen kann. Wer kann denn schon Promis ernst nehmen, die bei einer Preisverleihung vor dem Mikrofon in Tränen ausbrechen und kein Wort mehr herausbekommen oder ihre Rede vom Blatt wortwörtlich ablesen müssen?

Ich kann dieses Buch jedem Liebhaber von Gesellschaftssatiren und Goscinny nur ans Herz legen, denn es lohnt sich.

Freitag, 27. März 2015

Die Tage in Paris - Jojo Moyes

In Paris, der Stadt der Liebe, seine Flitterwochen zu verbringen, ist für viele Paare eine Traumvorstellung.
Liv hatte sich schon auf ihre gemeinsame Zeit in Paris gefreut, doch David kann selbst während ihres Honeymoons seine Arbeit pausieren lassen, denn der junge Architekt strebt nach Höherem.
Frustriert zieht sie alleine durch Paris, um sich die Sehenswürdigkeiten anzusehen und die Zeit totzuschlagen, bis ihr Ehemann mit seinen ach so wichtigen Terminen fertig ist. Im Musee d'Orsay fällt ihr ein Bild auf, das sie verschreckt. Erst jetzt fasst sie sich ein Herz und spricht sich mit ihrem Gatten aus.
Viele Jahrzehnte zuvor steht auch Sophie in Paris. Hals über Kopf hat sie einen jungen Künstler geheiratet, der sie aus einem Leben als unterbezahlte Verkäuferin erlöst. Neid und Eifersucht sähen Zwietracht, und so beginnt Édouard ein Bild seiner Frau, auf das Liv im Museum starrt.

Moyes verknüpft die Geschichte zweier Hochzeitspaare, die feststellen müssen, dass Paris kein Garant für romantische Flitterwochen ist. In Verbindung mit dem eigentlichen Roman "Ein Bild von dir", mag diese Geschichte ihre Romantik entfalten, doch einzeln betrachtet, ist diese Vorgeschichte sehr nichtssagen.

Dienstag, 13. Januar 2015

Die Achse meiner Welt - Dany Atkins


Dani Atkins
Rachel ist 23 Jahre, als sie eines Tages im Krankenhaus in einem anderen Leben aufwacht. Gestern war sie noch auf dem Junggesellinnenabschied ihrer besten Freundin, jetzt schlägt sie die Augen auf, und alles um sie rum ist plötzlich anders. Die Ärzte schreiben ihre Verwirrtheit der Amnesie und dem Schock zu, doch Rachel weiß, dass es etwas ganz anderes sein muss.
Vor 5 Jahren traf sie sich ein letztes Mal mit all ihren Schulfreunden, doch es sollte ein einschneidendes Erlebnis für alle sein. Nachdem ein Autofahrer die Kontrolle über sein Fahrzeug verlor, fuhr dieses direkt in das Restaurant, in dem Rachel mit ihren Freunden saß um den Schulabschluss zu feiern. Alle retteten sich, nur sie konnte nicht mehr fliehen. Ihr bester Freund Jimmy half ihr und ließ an ihrer statt sein Leben.
Nach ebendiesen 5 Jahren kehrt Rachel das erste Mal wieder nach Great Bishopsford zurück. Der Unfall damals zeichnete sie. Eine große Narbe verläuft über ihr Gesicht, sie klagt ständig über Kopfschmerzen. Aus diesem Grund verlässt sie die Feier schon früher. Bei einem kurzen Besuch am Grab des Freundes, der für sie starb, bricht sie zusammen und erwacht erst wieder im Krankenhaus.
Zuerst ist sie nur etwas verwundert, dass ihr Vater, der ihres Wissens nach an Krebs erkrankt ist, plötzlich wieder aussieht wie das blühende Leben. Als aber auch noch Jimmy putzmunter auf ihrer Bettkante sitzt, ist sie ernsthaft entsetzt. Niemand will ihr glauben, dass sie in einer Parallelwelt gelandet ist. Mit Jimmys Hilfe geht sie der Sache auf den Grund.

Der Beginn des Buches ist etwas schleppend, weil alles nicht so wirklich zusammenpassen will, doch später findet sich der rote Faden.
Atkins beschreibt Rachels Leben in 3 verschiedenen „Zeitzonen“. Das Buch beginnt 2008 bei dem Unfall, der Ursprung der ganzen Geschichte ist. Daraufhin wechselt die Zeit ins Jahr 2013, als Sarah, Rachels Freundin, heiratet, der größte Teil spielt dann allerdings in einer Zeit, die auch 2013 einsetzt, den Rachel aber als „Parallelwelt“ betitelt.
Das Ende selbst, da möchte ich den Lesern nichts vorweg nehmen, finde ich nicht besonders gelungen. Es wirkt eher wie eine mutwillig herbeigeführte Lösung des Problems, als einer Aufklärung.

Sonntag, 19. Oktober 2014

Kriegsenkel - Sabine Bode

Ihre Eltern haben viel durchgemacht: Konzentrationslager, Kriegsgefangenschaft, Flucht, Zerstörung...kurz gesagt, die haben den 2. Weltkrieg und dessen Folgen überlebt.
In ihrem Nachfolgebuch zu "Kriegskinder" beschäftigt sichSabine Bode mit den Jahrgängen 1960 bis 1970- Wie sind sie aufgewachsen? Warum sind viele von ihnen kinderlos oder unverheiratet?
Fakt ist, dass viele unter der Sprachlosigkeit ihrer Eltern litten. Ein Großteil weiß nichteinmal, woher die allgemeine Unzufriedenheit kommt oder warum sie sich oft so unvollständig fühlen.

In einzelnen kleinen Kapiteln erzählt die Autorin die Geschichten, die sie in Form von Briefen, Mails und Interviews gesammelt hat. Viele dieser Erfahrungen sind sich ähnlich, aber jede auf ihre Weise vertritt der Zeitgeist der Nachkriegsgeneration. Sie schreibt von physischer und psychischer Misshandlung, Vernachlässigung, Überfluss, Gewalt, Angst und Unverständnis.

Die verschiedenen Geschichten sind einfach unglaublich. Sie halten zum Nachdenken an und helfen dabei, Eltern und Großeltern in ihrem Verhalten etwas besser zu verstehen.

Samstag, 18. Oktober 2014

In Gottes Namen. Amen! - Simon Rich

Eigentlich hat Gott gar keine Lust mehr. Statt die Menschheit zu beaufsichtigen, die sich sowieso nur selbst zerstört, möchte er viel lieber ein Restaurant für Asian Fusionfood führen. Die vorsortierten Gebete liegen stapelweise auf seinem Schreibtisch und das Einzige, was ihn an der Menschheit noch interessiert, sind verschiedene sportliche Wettkämpfe. Für diese lohnt es sich auch mal ein paar Engel zu beauftragen, sich in das Geschehen auf dem Spielfeld oder der Rennbahn einzumischen.
Die Rechnung hat er allerdings ohne die Engel Craig und Eliza gemacht, die voller Eifer auch die kleinsten Wunder vollbringen, Schlüssel zum Vorschein kommen lassen oder dem Angler zu seinem Glück verhelfen.
Mit ihnen geht Gott eine Wette ein. Sie sollen eines der Gebete erhören und das Wunder vollbringen. Dafür bekommen sie 30 Tage Zeit. Während Gottes Prophet Raoul das Ende der Welt voraussagt, setzen seine Engel alles darauf an, zwei überzeugte Stubenhocker zusammenzubringen.

Ein solches Buch geht man mit gemischten Gefühlen an. Zum einen kann es selbstkristisch und ironisch sein und den Leser über sich selbst zum Schmunzeln bringen. Oder es artet hemmungslos blasphemisch aus. Der Grat, auf dem sich dieses Buch bewegt ist sehr schmal. Zu Beginn fand ich die Idee des Muches recht spannend, kannte ich ähnliche Themen doch schon von "Evan / Bruce allmächtig" oder "Jesus liebt mich".
Leider hapert es an der Umsetzung. Aus dem eigentlich humoristischen Roman wird ein eher tröges Stück Liebesschnulze.


Fazit: Kann man lesen, muss man aber nicht.

Montag, 19. Mai 2014

Ein Tag mit Herrn Jules - Diane Broekhoven

Wie an jedem anderen Morgen erwacht Alice, sie riecht den frisch gebrühten Kaffee und geht nach einer Weile hinunter zum Frühstücken. Doch an diesem Tag ist alles anders.
Ihr Mann Jules erwartet sie nicht in der Küche, sondern sitzt im Wohnzimmer auf dem Sofa. Er ist tot.
Eigentlich müsste sie jetzt alles ins Rollen bringen. Ihren Sohn anrufen, einen Bestatter, Arzt, Pfarrer,… Doch sie nimmt sich noch Zeit, einen letzten Tag mit Jules zu verbringen.
Aber sie hat ihn nicht für sich allein. Um 10 Uhr morgens kommt David, der autistische Nachbarsjunge, um mit Jules Schach zu spielen.
Gerade dieses Kind hilft ihr, sich von Jules zu verabschieden und sich in ihrem eigenen Leben zurechtzufinden.

Ein rührender kleiner Roman über Abschied, Erinnerungen und neues Selbstbewusstsein im eigenen Leben. Poetisch und packend von der ersten bis zur letzten Seite.

Fazit: Ein herzerwärmendes Buch . 5 von 5 möglichen Sternen.

Cosmopolis – Don DeLillo

Eric ist noch keine 30 Jahre alt, und schon Milliardär. Skrupellose Geschäfte an der Börse sind sein Metier.
Der Autor beschreibt in „Cosmopolis“ den Tag in seinem Leben, der sein letzer werden soll.
Ausgerechnet an dem Tag, an dem der Präsident in der Stadt ist, beschließt er, zum Friseur zu fahren und schlägt sich dabei mit den verschiedensten Widrigkeiten herum. Unterwegs hält er Meetings ab, trifft seine Frau, steigt mit seinen Geliebten in Hotels ab und lässt sich vom Arzt untersuchen.
Zu Beginn ist die Sprache des Buches noch sehr poetisch, so dass man am liebsten das ganze Buch zitieren möchte. Doch im letzten Drittel verlieren Plot, wie auch Sprache an Frische und Schwung.

Eric Packer ist eine Figur, die man nicht so einfach durchschauen kann. Einerseits ist er in der Firma und im Liebesleben skrupellos, andererseits liebt er das Schöne und Schlichte.
Er umgibt sich mit Kunstgegenständen, liest Gedichte und zeitgenössische Literatur, heiratet aber andererseits eine wohlhabende Frau, die er kaum kennt, weil sie einen bekannten Namen führt und er nicht unter seinem eigenen Stand heiraten möchte.

Wirklich zufrieden mit seinem Leben ist Eric allerdings nicht. Immer gibt es etwas zu verändern, zu verbessern, doch es ist nie genug.

Fazit: Lieber den Film schauen. 

3 von 5 Sternen

Montag, 28. Oktober 2013

Carina Bartsch – Türkisgrüner Winter

Die Geschichte um Emily und Elyas geht in die zweite Runde. Noch immer können sie nicht miteinander, aber auch nicht ohne den anderen.
Emily gesteht sich dann doch ihre Gefühle für Elyas ein und will mit ihm reden, doch er geht ihr aus dem Weg bis es auf einer Party zum Showdown kommt.

Die Story verliert immer mehr an Schwung, da sich beide Protagonisten in einen Teufelskreis verstricken, den keiner von beiden durchbrechen will. Das Verhalten beider bleibt weiterhin kindisch, als würden sie miteinander Katz und Maus spielen. Durch diese ständigen Wiederholungen, wird die Geschichte unnötig aufgebläht, da der zweite Teil nur die Ergänzung zu „Kirschroter Sommer“ ist.

Das Ende ist mehr als absehbar.

Donnerstag, 22. August 2013

Cafe Heimat. Die Geschichte meiner Familie - Louise Jacobs

Jacobs Kaffee .... wunderbar. Damit warb die Bremener Kaffeerösterei um ihren Kaffee, doch diese Familie hat eine weit längere und spannendere Geschichte.
Louise Jacobs trug die Geschichte ihrer Familie in Fotos, Artikeln und Gesprächsnotizen zusammen, die sie romanartig zu diesem Buch verwarb.
Sie beginnt bei ihren jüdischen Vorfahren, die vor dem Zweiten Weltkrieg zuerst nach Portugal und später nach New York auswandern, immer getrieben von der inneren Unruhe und Angst vor Verfolgung. Mit Witz und Melancholie knüpft sie Verbindungen ihrer Familie erneut. Auf diese Weise entsteht eine Biografie, die einem Roman sehr ähnlich scheint. Die Autorin entwickelt während des Schreibens selbst Beziehungen zu ihren "Figuren", sie halten sie gefangen und im Epilog wird deutlich, wie tief sie in diese Materie eingetaucht ist.
Jacobs versucht die Geschichte ihrer Familie mit drei Fäden zu spinnen. Dabei greift sie auf die Familie Jessurun (mütterlicherseits) und die Familie Jacobs (väterlicherseits) zurück, während sie parallel über ihre Arbeit an dem Buch erzählt, über Gespräche mit Großmutter, Großtante und anderen Verwandten und Bekannten ihrer Familien.

Der Leser merkt diesem Buch das Herzblut an, das die Autorin hineingesteckt hat, andererseits wirken andere Teile des Buches oder ganze Personen etwas durchsichtig, was wohl auf die fehlenden Informationen zurückzuführen ist. Immer wieder kommt es zu Wiederholungen, was mir persönlich nicht allzu schlimm erscheint, da sie in der Regel dort auftreten, wo Ort und Zeit wieder wechseln und auf diese Weise der rote Faden wieder aufgenommen wird.


Mit hat das Buch sehr gut gefallen, auch wenn ich selbst kein Kaffeetrinker bin, interessieren mich Familienschicksale im Zweiten Weltkrieg oder auch in der Zeit davor sehr.

Dieses Buch bekommt von mir 4 von 5 Sternen.

Fazit: Für Kaffeetrinker und auch Geschichtsfreunde geeignet.

Samstag, 4. Mai 2013

Das Känguru Manifest - Marc-Uwe Kling

Stell dir vor, du machst die Tür auf wenn es klingelt, siehst dich um und vor dir steht ein Känguru....

So ging es Marc-Uwe, im ersten Teil seiner Chronik (Die Känguru-Chroniken). Seitdem ist einige Zeit vergangen. Besagtes Beuteltier teilt sich nun mit ihm eine Wohnung und es kommt immer wieder zu lustigen Zwischenfällen.
Der Nachbar aus der Wohnung gegenüber (ein Pinguin) entpuppt sich als Antagonist zum Känguru, weshalb dieses ihn versucht auszuschalten oder loszuwerden.
Als überzeugter Kommunist, ruft das Känguru das "Assoziale Netzwerk" als Gegenpol zu Facebook und ähnlichen Netzwerken ins Leben. Dieses trifft sich ein einem Bus und versucht sogenannte "Anti-Terror-Anschläge" zu verüben, was meist nach hinten losgeht oder erst gar nicht zur Ausführung kommt, da sich niemand vom anderen etwas sagen lassen will.
Gleich zu Beginn starten die beiden Protagonisten einen kleinen Wettbewerb, wer die meisten Leute subtil beleidigen kann, ohne dass es diesen auffällt.
 Als sogenannter "unproduktiver Ausländer" ist das Känguru auf der Abschliebeliste des Ministeriums für Produktivität gelandet und versucht nun, dagegen anzugehen. Bei einem Besuch auf dem Amt setzt der Erzähler seine Fähigkeiten ein um den aufgebrachten Beamten zu beruhigen, wobei der zugleich einige Punkte für seinen Wettbewerb gewinnt, da der Beamte sich durch diese geschickt angebrachte Beleidigung sogar geschmeichelt fühlt.


Obwohl es sich hier um den zweiten Teil der Känguru Chroniken handelt, lässt sich das Buch auch gut ohne große Vorkenntnisse aus dem ersten Buch verstehen. Die einzelnen Kapitel sind mehr oder weniger voneinander unabhängige kurze Erzählungen, in denen der Autor herrlich kritisch über die Eigenarten unseres Lebensumfeldes herzieht und sie immer weiter auf die Spitze treibt.

Fazit: Ein absolut lesenswertes Buch, wenn man gerne über sich und seine Mitmenschen lachen möchte.

4 von 5 möglichen Sternen



Der dritte Teil der Känguru-Chroniken erscheint laut Amazon voraussichtlich im März 2014 unter dem Titel "Die Känguru-Offenbarung" im Ullsteinverlag sowohl als Taschenbuch, wie auch als Ebook.

Küsschen Küsschen - Roald Dahl

Eine Rezension über eine Kurzgeschichtensammlung zu schreiben finde ich immer sehr schwer. Wie fängt man an, wie gibt man den Inhalt wieder...
Eines haben alle diese Geschichten gemeinsam. Sie sind ungewöhnlich, makaber, frech und manchmal auch schon eklig. Aber keine von ihnen ist es nicht wert gelesen zu werden.
Kaum ist eine Geschichte begonnen, fesselt sie einen, bis das letzte Wort gelesen ist.
In diesem Band finden sich Geschichten für jeden Leser. Für Reisende, Liebhaber/Liebhaberinnen, Mütter/Väter, Vegetarier oder auch diejenigen unter uns, die an übersinnliches glauben.

Roald Dahl ist der Meister des Makaberen, des Schockierenden. Er rüttelt den Leser auf, kritisiert leise und warnt.
Bekannt sind vorallem seine Kinderbücher wie "Matilda" oder auch "Charlie und die Schokoladenfabrik". Wer diese Bücher oder auch die Filme kennt, kann sich in etwa den Stil dieses Büchleins vorstellen.

Am Liebsten hätte ich es gar nicht mehr weggelegt oder mir gleich noch mehr Lesestoff von ihm besorgt. Leister musste ich feststellen, dass das Angebot an ebooks selbst in englischer Sprache eher begrenzt ist (wenn man keinen Kindle besitzt).

Fazit: Dieses Buch gehört in jedes Bücherregal!!!

Ich habe hierfür 5 von 5 möglichen Sternen gegeben.




Samstag, 14. April 2012

Katharina Hagena - Der Geschmack von Apfelkernen

Als ihre Großmutter stirbt, reist Iris das erste Mal wieder in das kleine Dorf in Norddeutschland, in dem sie als Kind ihre Sommerferien verbrachte.
Bei der Testamentseröffnung erfährt sie, dass sie das Haus erben soll, ein Haus voller Erinnerungen. Mehrere Generationen von Frauen ihrer Familie ahben dort ihr Andenken hinterlassen, positive, wie negative.
Sie spielt mit dem Gedanken, das Haus einfach zu verkaufen und wieder zurück in den Süden zu fahren, wo sie wohnt und arbeitet, doch immer wieder verschiebt sie ihre Abreise.
Ob Max, der sich als Notar um die Erbangelegenheiten der Familie kümmert daran Schuld hat?


Das Haus, der Garten, die Leute im Dorf, die ganze Umgebung, alles sondert auf den folgenden Seiten stück für Stück Puzzleteile ab, die sich immer mehr zu einem Großen Bild zusammenfügen. Das Bild von Berta und ihrer Familie. Die eigentliche Erzählung wird immer wieder von Erinnerungsstücken der einzelnen Personen unterbrochen und springt so zwischen Gegenwart und Vergangenheit.
Die Sprache, die Katharina Hagena benutzt ist fast poetisch und bildhaft, in einigen Teilen aber auch sehr derb. Hagena beschreibt hier die Schicksale verschiedener Frauen in ihren Zeiten, mal humorvoll, wenn es um die Vergesslichkeit bis hin zur Demenz der Großmutter geht, mal schaurig und düster, in Bezug auf Iris Cousine oder liebevoll in der Beziehung der verschiedenen Personen zueinander.

Fazit: Ein hinreißendes Buch über Leben und Tod, Vergesslichkeit und Erinnerungen wie auch Liebe und Neid.

5 *****

Montag, 23. Januar 2012

Die Bücherdiebin - Markus Zusak

Liesel Meminger ist noch ein junges Mädchen, als sie zu Pflegeeltern in der Nähe von München kommt. Zu dem Zeitpunkt hat sie sich schon von vielen Menschen in ihrem Umfeld verabschieden müssen. Ihren Vater kennt sie gar nicht, ihre Mutter gibt sie weg und stirbt kurz darauf, ihr kleiner Bruder stirbt sogar auf der Fahrt zu den neuen Eltern vor ihren Augen.
Obwohl sie nicht lesen kann, stielt sie auf der Beerdigung ihres Bruders ein kleines schwarzes Buch, dass einsam im Schnee liegt. Dies ist der Anfang von ihrer Karriere als Bücherdiebin und der Trost, aller Trost, den sie in ihrem weiteren Leben braucht. Mit Hilfe des Buches "Handbuch für Totengräber" lernt sie nachts, aufgeschreckt durch Alpträume von ihrem Vater das Lesen. Um an neue Bücher zu kommen, hat sie in den kargen Kriegsjahren nur eine Möglichkeit. Sie muss sie stehlen.

Bücher, die in den Vorkriegsjahren in Deutschland spielen gibt es viele, doch keines von ihnen wird vom Tod selbst erzählt. Es ist nicht die triste, traurige Person des Todes, der dem Leser Angst einflöst, sondern einer, der fast romantisch den Himmel in bunten Farben beschreibt, für jeden Menschen eine Farbe. Er beobachtet, aber mischt sich nicht ein, lässt alles geschehen, was geschehen soll und wundert sich über das Glück, dass Liesel hat, ihm immer wieder zu entkommen.

Besonders schön fand ich persönlich die immer wieder vom Erzähler eingefügten Zwischenmeldungen in Form noch Zitaten aus dem Buch, dass Liesel gerade las, kurze Vorausblicke, Nebeninformationen aus anderen Zeiten oder von anderen Orten zur gleichen Zeit. Als Nicht-Autorin stelle ich es mir recht schwer vor, Bücher über den 2. Weltkrieg zu schreiben, wenn man selbst nicht dabei war und sich nur auf Hörensagen oder Überlieferte Unterlagen verlassen kann, ohne dass es zu unwirklich oder übertrieben wirkt.
Alleine die Vorstellung, einen Juden oder eine andere aus politischen oder ethnischen Gründen verfolgte Person über Jahre hinweg zu verstecken ohne sich zu verraten ist eine Leistung, die nur wenige wirklich vollbracht haben. Jahrelang befürchten zu müssen, entdeckt zu werden oder aus Versehen ein falsches Wort an der falschen Stelle zu platzieren und so Aufmerksamkeit auf sich zu lenken.
In diesem Buch ist, denke ich ist diese Angst und das Unverständins gegenüber der Regierung recht deutlich geworden ohne mit erhobenem Zeigefinger zu warnen, Dinge zu beschönigen oder zu übertreiben.


Fazit: Ein lesenswertes Buch für diejenigen, die nciht in der Schule schon eine Überdosis NS-Zeit im Unterricht abbekommen haben.

Sonntag, 25. September 2011

Unter blauem Himmel - Sarah Duncan

Annas steht vor den Scherben ihrer Ehe, während ihre Schwester fleißig ihre eigene Hochzeit plant. Als Gartenhistorikerin bekommt sie ein Angebot, dass sie nach näherer Betrachtung nicht abschlagen kann. Ein verwilderter Landschaftsgarten aus dem 18. Jahrhundert, den es zu untersuchen und Vorschläge für die weitere Nutzung zu machen gilt. Doch nicht nur der Garten hat es ihr angetan. Der Erbe des Anwesens Templecombe Manor, der so ganz anders als ihr Exmann zu sein scheint, eröffnet ihr eine neue Welt voller Glanz, Glamour und Parties. Kann sie mit seiner Hilfe und der des Gärtners Will das Anwesen und den Garten vor dem Verfall retten?


Ein Roman, der stark an die Pilcher-Verfilmungen erinnert. Schon nach den ersten Seiten weiß man, wer mit wem zusammenkommt. Der Schreibstil ist flüssig und das Buch lässt sich schnell weglesen. Was mich allerdings gestört hat waren vorallem die vielen Rechtschreibfehler im Buch. Ich kann es nicht verstehen, wie man in der zweiten Auflage eines Buches noch so viele Fehler übersehen haben kann.
Wem junge Bücher mit Schwerpunkt Romantik, Komik und Unterhaltung gefallen und der auch bei Passagen über Kunstgeschichte nicht das Buch aus der Hand legt, sollte dieses Buch lesen.

Mir hat das Buch recht gut gefallen, auch wenn es nicht zu meinen Favouriten gehört.

4* für "Unter blauem Himmel" von Sarah Duncan.

Fazit: Kein Must-have, aber ein absolutes Nice-to-have für das Bücherregal einer jeden Leserin mit romantischem Schwerpunkt.

Samstag, 10. September 2011

Rubinrot/Saphirblau - Kerstin Gier


Gwendolyn ist 16 Jahre alt, als ihr Leben plötzlich auf den Kopf gestellt wird. Als sie ihrer Tante Maddy Bonbons kaufen will, wird ihr schwindelig und als sie wieder bei klarem Verstand ist, hat sich die Welt um sie herum verändert. Sie steht zwar auf der Straße, in der sich ihr Haus befindet, allerdings nicht in ihrer Zeit, sondern um die Jahrhundertwende.
Bis zum nächsten Morgen in der Schule verschweigt sie ihre Feststellung, und hofft auf einen Irrtum, denn nicht sie, sondern ihre Cousine Charlotte wird seit ihrer Kindheit auf ihren Initiationssprung und ihre Gabe vorbereitet. Doch was ist passiert, dass nicht sie, sondern Gwen nun zwischen den Zeiten springt?
Gemeinsam mit Gideon, ihrem Partner in Sachen Zeitreisen begibt sie sich in die Vergangenheit um dem Geheimnis des Zeitreise-Gens auf die Spur zu kommen. Auch wenn sie ihn zuvor für einen arroganten Schnösel hält, kann sie ihre Augen nicht völlig von ihm lassen.


Mit viel Liebe zum Detail geschriebenes Buch über eine Liebe, die durch die Sprünge durch die Zeiten noch schwieriger wird als ohnehin. Eine jugendliche Verwechselungskomödie, die durchaus spannend und lustig geschrieben ist. Auch wenn das Buch für Jugendliche geschrieben ist, kann man es durchaus im Bereich All-Age einordnen, da es auch für Erwachsene noch sehr spannend und lustig sein kann. Allerdings ist der erste Band mehr als Einleitung in die Triologie gedacht, die eigentliche Geschichte beginnt erst sehr spät im Buch.
In dieser Reihe merkt man auch, dass es sich von vornherein um eine Triologie handelt, da die verschiedenen Bände aufeinander aufbauen. Die ersten beiden Bücher enden jeweils mit einem offenen Ende, das im Epilog in den nächsten Teil überleitet.
Im Anhang befindet sich noch einmal eine kurze Übersicht über die Personen des Buches, in der man nachschlagen kann, sollte man vergessen haben, in welcher Verbindung diese Person mit Gwendolyn steht.

Besonders gelungen ist der Buchumschlag. Die Hardcoverausgaben sind in der jeweils passenden Farbe zum Titel gestaltet, samt Deckblätter, Kapitelzahlen, Vorworte zu den Kapiteln, Seitenzahlen, Lesebändchen und Kapitalband.

Fazit: Eine Absolut gelungene Reihe.

Samstag, 5. Februar 2011

Das Wintermärchen - William Shakespeare

König Leontes und seine Frau Hermione bekommen Besuch von einem guten Freund, König Polyxenes von Böhmen. Als dieser wieder die Heimreise antreten will, bittet Leontes ihn zu bleiben, droht im sogr im Spaß an, ihn in den Kerker zu werfen, sollte er abreisen.
Damit allerdings nimmt das Drama seinen Lauf. Pflichtbewusst wie Hermione ist, nimmt sie sich ihrem Gast an. Alles kein Problem, wäre Leontes nicht rasend eifersüchtig. Er verweist Polyxenes des Landes, sperrt seine hochschwangere Frau in den Kerker, die daraufhin eine Tochter gebiert. Leontes akzeptiert sie nicht als sein Kind und lässt sie in Böhmen aussetzen, wo sie und eine Kiste persönlicher Dinge von einem Schäfer gefunden werden. Die Lage spitzt sich immer weiter zu, jeder der Hermiones Tugendhaftigkeit vertritt, gerät ins Visier und wird des Hochverrats beschuldigt. Erst als Perdita, die vermeintliche Schäferstochter und Polyxenes Sohn Florizel heiraten wollen entwirrt sich die Geschichte.

Auch wenn die Sprache Shakespeares nicht immer die leichteste ist, das Lesen als Theaterstück alles noch weiter verkompliziert, ist jede einzelne seiner Dramen und Komödien das Lesen wert, auch dieses Stück.
Manche Szenen mögen etwas verwirrend erscheinen, die Sprache gestelzt, die Namen befremdlich, doch eines ist bis heute geblieben: der Charme, der Shakespeares Stücken anhaftet. Seine Themen waren und bleiben immer aktuell, wie in diesen Stück das Thema Eifersucht.
Witz und Tragik gehen hier Hand in Hand. Obwohl die Situationen in die Leontes sich und seine Familie bringt alles andere als lustig ist, muss man über seine Eifersucht und seine darauf folgenden Aktionen schmunzeln.
Allerdings bin ich zu dem Schluss gekommen mir auch dieses Stück noch einmal im Original zu Gemüte zu führen.

Fazit: Ein absolutes Muss für Shakespeare-Fans, wer keinen Hang zur klassischen Literatur hat sollte allerdings die Finger davon lassen.

4 Sterne von mir für "Das Wintermärchen"
(auch wenn ich noch immer nicht weiß, wie es zu dem Titel kommen konnte)

Donnerstag, 27. Januar 2011

Der Jane Austen Club - Karen Joy Fowler

Sylvia, Jocelyn, Prudie, Grigg, Bernadette und Allegra gründen einen Leseclub. Gemeinsam lesen sie jeden Monat einen der sechs Romane Jane Austens. Sie diskutieren nicht nur die Bücher, sondern auch ihr eigenes Leben, helfen sich gegenseitig, verlassen geliebte Menschen, verlieben sich neu...
Parallel zum eigentlichen Erzählstrang verlaufen mehrere in der Gegenwart, aber auch in der Vergangenheit. Auf diese Weise erfährt der Leser mehr über den Charakter der jeweiligen Person und wie sie sich kennen lernen.

Das Buch lässt sich flüssig lesen, trotz der viele Zeitsprünge entstehen keine Lücken und die Geschichte wird nicht übermäßig ausgebremst. Im Gegenteil, man bekommt auf diese Weise oft Hintergrundinformationen, warum eine Person gerade so handelt, und nicht anders.
Das Buch selbst ist in Lesemonate unterteilt, jeden Monat ein Buch, ein Treffen des Clubs. Jeder einzelne Monat wird mit einer Anmerkung abgeschlossen, meist Erläuterungen zu Jane Austen oder kurze Texte zu den Charakteren.
Ganz toll und informativ finde ich auch den kleinen Jane Austen Führer im Anhang, mit kurzen Zusammenfassungen der sechs Romane, Reaktionen von Familie und "historischen Persönlichkeiten" und den Fragen, die im Buchclub angesprochen werden.

Zur gleichen Zeit habe ich mir den Film zum Buch angesehen und war danach noch gepannter darauf, wie die Geschichte im "Original" aussieht. Vieles ist im Film überspitzt dargestellt, weil Andeutungen, wie im Buch gemacht werden, im Film nicht anders umsetzbar sind. Natürlich wurde vieles gekürzt, zusammengefasst, umgeschrieben. Totzdem gibt der Film einen recht guten und interessanten Eindruck des Buches. Allerdings sollte jedem klar sein, dass ein Film niemals die gleichen Emotionen erzeugen kann wie das gleichnamige Buch, ohne dass es massiv umgeschrieben wird.
Das Buch lebt von  den Schicksalen der Menschen, ihren Bedürfnissen und Erlebnissen, dem Miteinander and Gefühlen und Nicht-Gefühlen, Wortwitz und zarte Andeutungen, wogegen sich das Buch mehr auf die Liebesgeschichten im Hintergrund konzentriert und diese zum Thema macht.

Fazit: Das Buch bekommt von mir 4 Sterne, ich rate aber vorher lieber den ein oder anderen Roman zu lesen, oder passende Filme anzuschauen, damit man vorher schon ein Bild hat worüber sich diese sechs Personen überhaupt unterhalten.

Das graue Schloss am Meer - Marion Zimmer-Bradley

Auf Laura wartet eine eher ungewöhnliche Aufgabe.
Der geheimnisvolle Mann auf der Galerie, der Tag für Tag ihre Vorstellung im Théâtre Étoile verfolgt ist nicht, wie es zuerst den Anschein macht ihr Verehrer. Er macht ihr ein unmoralisches Angebot, dem sie nicht widerstehen kann. Sie soll ihn heiraten und sich als seine Frau ausgeben, da er befürchtet, sein Sohn, Erbe des Vermögens seiner verstorbenen Frau, schwebe in Lebensgefahr, sobald die Familie erführe, dass diese vor kurzem verstorben ist.
So nimmt sei diesen Auftrag an, aus einem ganz bestimmten Grund. Die Verstorbene war ihre Cousine Monique, der sie schon als Kind so stark glich, dass man sie für Zwillinge hielt.
So versucht sie Licht in das Verschwinden und Moniques Tod zu bringen. Dabei gerät sie selbst ins Gefahr.

Das Buch lässt sich schön lesen. Schon auf der ersten Seite kam bei mir die richtige Lesestimmung auf. Bis zum Ende des Buches steigt die Spannung langsam an.
Bisher habe ich zwar einige Bücher von dieser Autorin gelesen, aber der Avalon-Zyklus und die Darkover- Romane sind in der Handlung und der Stimmung nicht mit diesem Buch vergleichbar. Im Laufe der Story verbinden sich kleinere Puzzlestücke zu einem Ganzen. Fantastisch, kann ich nur sagen.

Fazit: Ein Buch für alle Fans von Marion Zimmer-Bradley. Allerdings mal wieder eher für Frauen als für Männer geeigent.

4 Sterne

Dienstag, 11. Januar 2011

Die kleinsten Weihnachtswunder - Charles Tazewell

Diese Sammlung enthält einige der schönsten und bezaubernsten Weihnachtsgeschichten, die ich kenne.
Voller Charme und Herz erzählt Tazewell die Geschichte vom kleinen Cherub Michael, der mit einem schief sitzenden Heiligenschein, den Gesäßtaschen am Gewand und seinem wilden Aussehen so anders ist als die anderen Bewohner der Himmlischen Stadt.
Er gibt in seiner Geschichte "Der kleinste Graue" eine Erklärung für die Störrigkeit der Esel ab und zeigt in "Der kleinste Winterkobold", dass auch ganz kleine ganz Großßes leisten können.
Meine Lieblingsgeschichte ist allerdings die des kleinen roten Karusselpferdes, das seine Freiheit nutzt, als es beim Transport vom LKW fällt, um eunem krebskranken Jungen ein paar seiner Wünsche zu erfüllen.

Fazit: Ein hinreißendes kleines Buch, auch für Große.

Dafür gibt es von mir 5 von 5 Sternen

Samstag, 8. Januar 2011

Black Rain - Graham Brown

Die Tiefen des brasilianischen Regenwald beherbergen ein Geheimnis, eines, dass Arnold Moore und seine Assistentin aufzudecken versuchen. Der erste Erkundungstrupp verschwand spurlos auf der Suche nach der Quelle eines Kristalls, der eine Energiewende herbeiführen könnte. Weg von umweltschädlichen Kohle- und Atomkraftwerken, hin zu sauberer kalter Fusion. In einem weiteren Versuch macht sich Danielle mit brasilianischen Trägern, Forschern und Söldnern auf den Weg zu der Stelle, an der sie den Urspung der Kristalle vermutet. Doch so einfach wie es sich alle vorstellen wird es nicht, denn der Tempel, den sie suchen, wird von Kreaturen bewacht, die sie sich nichteinmal in ihren kühnsten Albträumen erdacht hätten.


Der Klappentext des Buchs hört sich spannend und interessant an, doch leider hat mich das Buch alles andere als begeistert. Gleich auf der ersten Seite das erste Gemetzel. Gut, wem es gefällt, soll es ruhig lesen, mein Fall ist sowas nicht. Wenn das schon alles wäre...

Der Autor hat eine blühende Fantasie, das muss man ihm lassen. Gut, dass er nicht auf Außerirdische zurückgreift, wie "Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels".
Zu Beginn ist die Welt noch soweit in Ordnung. Gut, den Ursprung der Maya-Kultur würde man nicht grad im Regenwald vermuten, aber dafür hat der Autor eine plausible Erklärung, die sich in der Mythologie der Maya manifestiert. Sobald aber Danielle anfängt und ihre wahren Gründe der Reise zu offenbaren wird es nicht nur verrückt, sondern für mich persönlich absolut unglaubwürdig. Wie erklärt man dem Leser bloß den Ursprung eines Energie abgebenden Kristalls in der Mayazeit? !
Es folgt eine aberwitzige Auslegung der alten Mythen der Maya.

Gut lesen lässt sich das Buch allemal, wer auf Schlachtszenen steht, ist hier gut aufgehoben, wer allerdings mehr erwartet sollte die Finger lieber davon lassen.
Eins hat mich zum Schluss gewaltig gestört. Das Buch hat ein offenes Ende, hier wird nicht ein Buch abgeschlossen, sondern eine neue Geschichte eingeleitet.

Für mich hören sich viele Dinge im Buch sehr stark an den Haaren herbeigezogen an, so als suche der Autor nach künstlichen Spannungssteigerungen. In diesem Buch gibt es keine wirkliche Spannungskurve, sondern ein ziemliches auf und ab im Spannungsgefüge.

Fazit: Eins steht für mich fest. Nie wieder ein Buch von Graham Brown. Seine Art mit dem interessanten Stoff umzugehen gefällt mir einfach nicht. Bestimmt hätte es viel bessere Lösungen gegeben.


3 von 5 Sternen vergebe ich an Black Rain